Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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nes ſolchen Mannes wird Dich bald die romantiſchen Grillen Wilhelms von Rehfeld vergeſſen lehren.“

„Wenn ich nicht gleichfalls dieſer Meinung wäre,“ entgegnete Marguerite mit feſterer Stimme,„glaube mir, ich würde weder eingewilligt haben, ſelbſt um das Glück meines einzigen Bruders nicht, ſeine Gattin zu werden, noch würde ich einen Augenblick ſeinen Ver⸗ lobungsring tragen. Dieſen Abend, Ida, hätte ich ihm beinahe Alles geſagt, ſeine Verzeihung erbeten, und Wilhelm von Rehfelds Anträge, ſeine demüthige und arme Gattin zu werden, angenommen.“

„Gott ſei Dank, daß Du dieſe romantiſche Scene nicht aufgeführt haſt,“ rief ich.„Das Glück erwartet Dich in ſeiner ſchönſten Geſtalt. Aber ſage mir, theuerſte Marguerite, da Du mir nun einmal Dein Herz ſo weit geöffnet haſt, was wollen dieſe Andeutungen auf die Verlegenheiten Deines Bruders?“

„Du ſollſt jetzt Alles wiſſen— ich fühle, Du mußt Alles wiſſen!“ murmelte das arme Mädchen. „Ja, Idal mein Bruder iſt leichtfinnig geweſen. Die Erſparniſſe, welche für mich als Brautſchatz bereit lagen, wäre ich des Fürſten Gallitzin Gattin gewor⸗ den, waren unumgänglich nothwendig zur Rettung ſeiner Ehre. Der Kaiſer würde, wenn er die Thor⸗ heiten erfahren hätte, welche ſeine Unterſchrift in die Hände der Juden brachte, ſeinen Schutz ihm entzogen haben. Hier gab es bloß einen Ausweg. Meine Mutter erklärte mir entſchieden, daß nur ein Ausweg vorhanden ſei; und daß ich mich dreimal glücklich preiſen ſolle, Gelegenheit zu haben, eine ehrenvolle Verbindung mit einem Manne zu ſchließen, der aus⸗ drücklich kein Heirathsgut mit ſeiner Braut verlangt.“

„Ich fürchtete, daß eine ſolche Kriſis eingetreten ſei, die Deine Anſichten ſo plötzlich geändert habe!“ rief ich.„Aber warum, Theuerſte, vertrauteſt Du mir dieß nicht gleich im erſten Augenblicke an? Ich würde mich bei meinem Vater für Dich verwendet haben.