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ſchätzung für Wilhelm von Rehfeld, theuerſte Mar⸗ guerite, was mir unmöglich macht, mit Deinen jetzi⸗ gen Sorgen übereinzuſtimmen. Ich fühle, daß Du viel beſſer verſorgt biſt in Deiner Heirath mit Lord Elvinston.“
Marguerite antwortete nicht, unwillkürlich ver⸗ barg ſich ihr Geſicht in das Bett.
„Deine Liebe für Wilhelm von Rehfeld,“ fuhr ich fort,„war der bloße Erfolg der Umſtände. Er war der erſte Mann, welcher Dich in einem Augen⸗ blicke auszeichnete, wo Du Dich zurückgeſetzt und un⸗ glücklich fühlteſt. Bei dem vollen Gebrauche Deiner Vernunft, Marguerite, konnteſt Du unmöglich einen ſolchen ungebildeten Mann achten.“
„Ungebildet, in ſeinen Sitten vielleicht,“ ſtam⸗ melte ſie,„ich für meinen Theil ſehe jedoch nur auf
geiſtige Bildung. Ich ehre einen Mann, gleich Deinem Vetter, deſſen Gedanken rein, deſſen Abſichten gut,
deſſen Worte ehrlich, und der nicht gleich dem andern Vetter ein freundliches Betragen und eine anmuthige Sprache führt, aber bis auf den Kern ſeines Herzens voll Falſchheit iſt.“ 4
Es kam mir beinahe vor— vielleicht bin ich in Berchun— daß dieſe Bemerkung einen ſpottenden Ton
atte.
„Ich ſehe keine Veranlaſſung,“ ſprach ich,„einen Vergleich zwiſchen zwei ſo verſchiedenen Perſonen, wie unſere Vetter find, deren Anſprüche und Anſichten nie⸗ mals in eine Nebenbuhlerſchaft gebracht werden kön⸗ nen, anzuſtellen. Monſiteur de Vaudreuil iſt ohne
Zweifel Alles, was er für die Geſellſchaft, in der er, ſich bewegt, ſein ſollte, für die Ungebundenheit Eures
adeligen Faubourg und Eurer Opernbälle. Aber Lord
Elvinston iſt ein Weſen aus einer beſſern Sphäre, ein Mann, der würdevoll durch's Leben gehen, und bei
ſeinem Tode ſeinen Nachfolgern einen ehrenvollen Na⸗ men hinterlaſſen wird. Die Liebe und Geſellſchaft ei⸗


