Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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wenn ein Diener plötzlich aus einer dunkeln Ecke mei⸗ nes Zimmers bervorfbrang. Aber als mein Licht mir nichts als die alten, gelben Vorhänge zeigte, deren ich ſo überdrüſſig bin, wagte ich endlich zu rufen: „Wer da?“ und hoffte, daß dieſe Frage eine befrie⸗ digende Antwort von Seiten meines nächtlichen Gaſtes erzeugen würde.

Eine dunkle Geſtalt kam aus den Vorhängen am Fuße des Bettes zum Vorſchein und warf ſich auf die Kniee. Mein paniſcher Schrecken löste ſich jedoch durch die Seufzer, die aus der Bruſt des Eindring⸗ lings Hnnen⸗

„Theure Marguerite,“ rief ich, indem ich plötzlich meine Stiefſchweſter erkannte—— eas hmu be⸗ wegt Dich ſo ſehr?“.

Einige Minuten vergingen, ehe ſie im Stande war, ſich ſo weit zu ermannen, um antworten zu können; und ſelbſt dann waren ihre Worte kaum ver⸗ nehmbar.

„Verzeihe meine Schwäche!“ ſtammelte ſie.„Ver⸗ gib dieſe Thränen. Ich würde nicht Muth haben, ſie in der Gegenwart auch nur eines einzigen Zeugen zu vergießen— ſelbſt nicht in der Deinigen— wenn ich nicht glaubte, daß es die letzten find, welche meinen Augen unter dieſem unglücklichen Einfluſſe entfallen werden.“

„Welch' ein unglücklicher Einfluß, liebe Margue⸗ rite?“ rief ich, ſie in meine Arme ſchließend.„Er⸗ kläre Dich! Vor einigen Tagen ſchienſt Du ſo glück⸗ lich, ſo zufrieden, daß ich um Deiner willen vollkom⸗ nienhruhig war. Was hat dieſe Veränderung herbei⸗ geführt?“

„Seine Ankunft!“ entgegnete Marguerite, noch bewegter als zuvor.

„Weſſen Ankunft?— Die Deines Bruders?“

„Die meines Bruders war leider der Beweggrund Die Frau des Geſandten. I. 18