Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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Wilhelm ſchwieg.

„Kannſt Du ſogar behaupten, daß Deine Ankunft hier, in dieſem Augenblicke, frei von dem Wunſche iſt, meine Plane zu zerſtören?“

„Ich kann— ich thue es“— erwiederte Wilhelm. „Ich bin hiehergekommen ohne einen Strahl von Hoff⸗ nung, mit dem bloßen Verlangen, zum letztenmal das Bild weiblicher Schönheit und Vortrefflichkeit zu be⸗ trachten, ehe es für immer und unſtreitig einem An⸗ dern gehört.“ 3

„Mein Brief hat ſich vermuthlich mit Euch auf dem Wege gekreuzt; er ſollte Dir mittheilen, daß die Verbindung, auf welche ich andeutete, dem Vollzuge nahe ſei,“ ſprach mein Vater hitzig.„Ehe etwas be⸗ ſtimmt ausgemacht wurde, ſollteſt Du umſtändlich da⸗ von unterrichtet werden, wie es einem ſo nahen Ver⸗ wandten gebührt. Wir wollen jedoch dieſes Geſpräch bis auf einen paſſenderen Augenblick verſchieben, da es ſich dabei um einen zarten und wichtigen Gegen⸗ ſtand handelt.“

Ich geſtehe, ich war allerdings ſehr erſtaunt über die Art, auf welche dieſe Mittheilung gemacht wurde. Daß Wilhelm noch eine ſolche Ergebung für mich er⸗ heuchelte, nachdem ich geſehen, welche Artigkeiten er meiner Stiefſchweſter erwieſen hatte, war beinahe eine Beleidigung für mich. Aber daß mein Vater mit ſo viel Gewißheit auf meine Vermählung mit einem an⸗ dern anſpielte, war eine weit intereſſantere Entdeckung für meine Gefühle.

Drei Perſonen glaubten ſich mit den neuen Pro⸗ jekten meiner Familie bekannt; der Fürſt Gallitzin, Graf Erloff und Monſieur de Vaudreuil; denn der letztere war ſo vorſichtig in ſeinen Ausdrücken, daß es un⸗ möglich war, herauszubringen, welchen Grad von In⸗ tereſſe er an dem Gegenſtande nehme. Ich geſtehe, ich zitterte unter dem Gewichte meiner eigenen Ahnungen.

Bei dem Diner an jenem Tage ſetzte ich mich, feſt