Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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der den Wunſch ausſprach, daß Ihr Euere Reiſe auf den Sommer verſchieben möchtet?“

„Er kam im Gegentheil ſicher in unſere Hände,“ lautete die gleichfalls froſtige Antwort des jungen Mannes.„Ich habe Ihren Rath dem Baron mitge⸗ theilt. Er hatte jedoch bereits Alles zu ſeiner Reiſe vorbereitet und zog vor, im Winter, während der Anweſenheit des Hofes, hier zu verweilen, um Zeuge der Gunſt zu ſein, welche der Kaiſer den Künſtlern oder andern wiſſenſchaftlich gebildeten Reiſenden an⸗ gedeihen läßt.“

„Baron von Grünglatz ſchätzt ſich ſo hoch, als wäre er der Entdecker eines Planeten!“ entgegnete mein Vater ſpottend.„Er wird hier Gelegenheit haben zu bemerken, daß ein bloßer Liebhaber von Käfern und Butterfliegen nicht das Ideal des Kaiſers von Ruß⸗ land von einem gelehrten Reiſenden ausmacht.“

„Auf jeden Fall,“ ſprach ſein Neffe feſt,„reist Baron von Grünglatz, als ein unabhängiger Mann und wählt ſich Zeit und Ort zum Genuſſe ſeiner Ver⸗ gnügungen. Es kommt mir nicht zu, ihm vorzu⸗ ſchreiben.“ 4

„Gewiß nicht. Aber war es gleichfalls die Ab⸗ ſicht, des Kaiſers Aufmerkſamkeit durch ein literariſches oder wiſſenſchaftliches Streben zu erregen, was Dich bewog, meinem gut gemeinten Rathe entgegen zu han⸗ deln?“ fragte mein Vater.

„Ich hatte dem Barone lang verſprochen,“ fuhr Wilhelm fort,„daß, wenn er immer wünſche Peters⸗ burg zu beſuchen, ich ihn begleiten würde. Da ich mein Wort gegeben hatte, war keine Möglichkeit mehr vorhanden mich zurückzuziehen.“

„Erwarteſt Du, daß ich glauben werde,“ rief mein Vater,„Deine Reiſe hieher habe einen andern Be⸗ weggrund, als das Gerücht, welches wahrſcheinlich Eure Ohren erreicht hat, das Gerücht von einem Hei⸗ rathsprojekte in meiner Familie?“