Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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wurde bald mit einem Amte in dem kaiſerlichen Hof⸗ ſtaate beehrt, und auf dieſe Weiſe ſah ſie ſich plötzlich aus den Tiefen ihrer Zurückſetzung zu einer bedeutenden Höhe von Glück und Hoffnung erhoben.

Zu derſelben Zeit erſchien auch der Baron von Rehfeld in Rußland, durch die Ungewandtheit eines zurückhaltenden Mannes und durch das beengende Ge⸗ fühl gedrückt, welches jeder Fremde im Auslande em⸗ pfindet, erſchien ihm der glänzende Hof in St. Peters⸗ burg fünfzigmal minder unterhaltender und geſelliger, als die beſchränkten Zirkel in der Reſidenz. Wenn ſeine diplomatiſchen Pflichten ihm mehr Muße zur Un⸗ zufriedenheit gelaſſen hätten, ſo würde er vielleicht dem Murren einiger engliſchen Reiſenden beigeſtimmt haben, die am Hofe nicht hofmäßig auftraten, und dann in ihrer Bosheit in die Welt hinausſchrieben, daß die Stadt des Czaars unter allen Städten Europas an Vergnügungen die ärmſte ſei.

Im Laufe des Sommers wurde der ſächſiſche Mi⸗ niſter*) vermöge ſeiner guten Dienſte in einer Geſell⸗ ſchaft, die die kaiſerliche Familie in Zarskoje⸗Selo gab, zwei Damen des Hofſtaates vorgeſtellt, und ehe der nächſte Winter entſchwunden war, hatte der Baron die Entdeckung gemacht, daß St. Petersburg in jeder Hinſicht eine äußerſt angenehme Reſidenz ſei, und, wenn irgend etwas die Reize der Geſellſchaft einer gebildeten und geiſtreichen Ruſſin übertreffe, ſo ſeien es die einer an den Ufern der Neva heimiſchen Franzöfin.

Rehfeld, welchen ſein Fürſt auserleſen hatte, ge⸗ wiſſe Grenzſtreitigkeiten zu ſchlichten, und den genaue Localkenntniß und ein einfacher, geſunder Verſtand zu einem verläßigen Geſchäftsträger machten, war in der That etwas minder geeignet, in den Hofzirkeln zu er⸗

*) Mrs. Gore nimmt es mit der deutſchen Geographie nicht ſehr genau, was hier ein für alle Mal bemerkt werden muß. A. d. U.