Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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ihrem Vaterlande durch die Bekannten ihres Vaters eine ſtandesmäßige Verſorgung finden könne. Was eine zweite Vermählung anbelangte, ſo gab es kein grillenhafteres Projekt für eine Wittwe, welche zwei vermögensloſe Kinder beſaß, und noch dazu in einem Lande, wie Frankreich, wo eine Heirath mit dem An⸗ walte, ja ſo gar auch bei ſolchen getheilt werden muß, von denen man glauben könnte, daß Jugend und Schönheit dem Einfluſſe einer gangbareren Münze das Gleichgewicht halten würden.

Der letzte Reſt von dem Kartenhauſe der Gräfin wurde auf dieſe Weiſe durch einen Hauch über den Haufen geworfen, und leider dienten die Eleganz und Pracht der Pariſer Zirkel, denen ſie beigewohnt hatte, nur dazu, ihren Abſcheu vor dem Gedanken an ein zurückgezogenes Leben zu vermehren. Daher begleitete ſie ihre Tochter nur mit geſteigerter Unzufriedenheit in deren Geburtsland zurück, und die linkiſche Schüch⸗ ternheit eines ſechszehnjährigen Mädchens war nicht geeignet, ſie für Entbehrungen Troſt finden zu laſſen.

Man hielt es für unumgänglich nothwendig, daß die Gräfin, als Wittwe oder Mutter eines Erloff, bei ihrer Rückkehr nach St. Petersburg nach einer langen Abweſenheit ihre Aufwartung bei Hof mache; eine erfolgreiche Nothwendigkeit, denn fie hatte das Glück, die günſtige Aufmerkſamkeit der Kaiſerin auf ſich zu ziehen. Durch einen vortheilhaften Anzug ver⸗ ſchönert, der von einem langen Aufenthalte in Paris herrührte, und da ſie ihre Geſundheit durch ein langes Entferntſein von der Welt wieder erlangt hatte, er⸗ ſchien die Gräfin in einem beſonders günſtigen Lichte. Niemand auf der Welt hätte ihr geglaubt, daß ſie die

Mutter zweier erwachſener Kinder, oder im acht und

dreißigſten Jahre ſei. Aengſtlich bemüht, zu gefallen,

wurde ſie noch einmal ein Günſtling, und diesmal in

einem Reviere, in welchem der Hauch der Verleum⸗ dung ihr nichts anhaben konnte. Die Gräfin Erloff