Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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frieden geweſen, ſich in die Dunkelheit des Privat⸗ lebens zurückzuziehen und über den jungen Grafen zu wachen, der eben in die Armee eingetreten war, wäh⸗ rend ſie von ihrer Mutter beſtändige Verſicherungen erhielt, daß Marguerite Alles werde, was ihr müt⸗ terliches Herz nur wünſchen könne. Aber das Glück, welches aus der Erfüllung ihrer Pflichten und dem Genuſſe ihrer natürlichen Liebe hervorging, hatte kei⸗ nen Reiz für ein Weib, welches während ihres ganzen Lebens an Luxus und Vergnügungen anderer Art ge⸗ wöhnt war, und die untröſtliche Wittwe würde lieber ihrem Gemahle in die Ruheſtätte aller Erloffe gefolgt ſein, als ihrem beſcheidenen Vermögen in das kleine Landhäuschen, in welchem, wie ihre Familie vermu⸗ thete, ſie ihren Wittwenſtand am beſten verleben könnte.

Deshalb erhielt die Gräfin unter dem Vorwande, das Verlangen zu hegen, ihre Tochter nach zehnjäh⸗ riger Trennung nach Hauſe zu holen, und einer Wie⸗ dervereinigung mit ihrer Mutter ſich erfreuen zu kön⸗ nen, die Einwilligung des Kaiſers zu einer Reiſe nach Paris. Madame Erloff mußte jedoch verſprechen, mit dem Frühlinge zurückzukehren, dieſes that ſie aber nicht ohne die geheime Hoffnung, eine neue Heimath mit ihrer Familie zu erhalten, oder ihr Glück auf eine noch befriedigendere Art durch eine zweite Heirath zu begründen. Die Gräfin de Vaudreuil war jedoch eine Franzöſin nach der alten Schule, welche ein Jugend voll Leichtſinn und dann endlich ein kluges Greiſen⸗ alter in ſich ſchließt.

Da ſie einen Punkt des Lebens erreicht hatte, in welchem die Autorität des Gewiſſenrathes und das Poſitive die Oberhand über die Einbildungskraft er⸗ hält, verſicherte ſie ihrer unzufriedenen Tochter, daß es um der Intereſſen ihres Sohnes willen nöthig ſei, ſich für immer in Rußland niederzulaſſen, und daß Marguerite, von allem Vermögen entblößt, nur in