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welche beabſichtigen, eine den Eingebungen ihrer Natur entgegengeſetzte Rolle zu ſpielen, ſich ſo unangenehm als möglich zu machen. Aber obgleich erfahrene Di⸗ plomaten in ihren Cabineten ſitzen mögen, um über politiſchen Plänen zu brüten, ſo iſt es doch für ein ſiebzehnjähriges Maͤdchen nicht ſo leicht, ein unabhän⸗ giges Betragen anzunehmen. Ein Mädchen von ſieb⸗ zehn Jahren iſt nicht nur der Sclave Anderer, ſondern auch ihrer ſelbſt, ihrer eigenen fröhlichen Eingebungen der Natur und der Munterkeit ihres Herzens. Nach Verlauf von wenigen Tagen fand ſich Ida von Reh⸗ feld gezwungen, zum erſtenmal in ihrem Leben einem Einfluſſe zu erliegen, der zwar nur im Stillen geübt wurde, aber nichts deſto weniger nicht minder mächtig war, und ſie ſah ſich durch den Strom der Umſtände fort geriſſen, und genöthigt zu erdulden, was ſie zu⸗ erſt ausüben wollte.
Das muntere Volk, welches die hochzeitliche Ge⸗ ſellſchaft nach Rehfeld begleitete, hatte von dem Platze gleich einem eroberten Lande Beſitz genommen. Sie riefen eine neue Ordnung der Dinge in das Daſein, deren Vorzüge von ihren Vorfahren unmöglich zu leugnen waren. Das dunkle, altmodiſche Schloß wurde beinahe freundlich; und die Gewohnheiten der Spar⸗ ſamkeit und oft der Unſcheinbarkeit, welche des Barons Abweſenheit und die Unerfahrenheit ſeiner Tochter er⸗ laubte, verſchwanden unter der Oberaufſicht des fran⸗ zöſiſchen Hausmeiſters der neuen Gebieterin in einigen Tagen ſo gänzlich, daß Ida ihre frühere, iſolirte Hei⸗ math kaum mehr erkannte.
Gerne würde ſie mit Sara und Johann dieſe frem⸗ den Neuerungen und den Wechſel der Stunden und Gebräuche, die dem Barone aufgedrungen worden
waren, beklagt haben;— Verdammung war unmög⸗ lich. Ein Paradies war in der Wildniß geöffnet. An der Stelle der Formalität ihrer frühern Lebensart und ihrer einfachen Bewirthung entfaltete der Salon nun


