Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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tochter, während der Fürſt in das an bie Gallerie ſtoßende Billardzimmer eilte, und Ida fühlte ſich nun ihrer Kälte preisgegeben.

„Dieß ſind ſehr intereſſante Familien⸗Porträts!“ ſprach ſie, und richtete ihre Lorgnette gegen ein Bild, das, ſtatt wie die größere Zahl der Gemälde einen der mürriſchen und hageren Vorfahren des Schloſſes Rehfeld vorzuſtellen, einen Franziskaner⸗Mönch, der eben eine Bußübung verrichtete, zeigte, eine Copie eines der ſchauerlichen Originale von Spagnoletto. „Ich muß ſie in einer Mußeſtunde genauer prüfen. Vaterländiſche Künſtler, vermuthe ich? Wieder neue Bekanntſchaften zu machen! Denn ich geſtehe, daß ich, mit Ausnahme von Holbein, Dürer und Cranach, de⸗ ren Werke ich hier nicht erkennen kann, wenig vertraut bin mit den Meiſtern der deutſchen Kunſt. Bei vielen ſolchen Punkten muß ich erſt meine Erziehung voll⸗ enden. Aber ich werde mich als eine gelehrige, wenn nicht gar als eine geſchickte Schülerin beweiſen.“

„Familien⸗Portraits,“ bemerkte Ida kalt,„beſon⸗ ders wenn ſie nicht ganz ausgezeichnet find, flößen, außer den nächſten Blutsverwandten, ſelten Jemand Intereſſe ein.“

„Oder auch denjenigen, in welchen eine Wechſel⸗ heirath verwandtſchaftliche Gefühle erweckt hat,“ er⸗ wiederte die Baronin, die nicht zu bemerken ſchien, daß ihre Stieftochter eine Beleidigung beabſichtigte. „Da fällt mir eben ein, daß der erſte Streit, den ich mit Deinem Vater hatte, mein theures Kind, um Dei⸗ netwillen entſtand.“

Durch dieſe überlegte Kaltblütigkeit überraſcht, wagte Ida nicht, die Frage zu ſtellen, welche man, wie ſie ſah, von ihr erwartete.

„Der Baron wollte mir nicht erlauben,“ fuhr ſie fort,„einige Kleider für Deinen Gebrauch mitzuneh⸗ men, welche die Entfernung dieſes Ortes von einer