Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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Daß die jüngere und gefährlichere, daß Mar⸗ guerite, daß Mademoiſelle Erloff(denn dieſen Namen hatte ihr Sara kürzlich gegeben) einige Verſuche ma⸗ chen könnte, die junge Erbin des Schloſſes Rehfeld zu verdunkeln, ſchien in Ida's Augen nach der Schüch⸗ ternheit, mit welcher ſie dieſelbe hinter dem Fauteuil ihrer Mutter verborgen ſitzen ſah, und nach der Ein⸗ fachheit ihres Coſtümes, das bloß aus ihren eige⸗ nen dunkeln Flechten und einem ſchlichten weißen Mouſſelinkleide beſtand, unmöglich. In dem Laufe des Abends ſollten jedoch ihre Anſichten über dieſen Punkt einige Veränderung erleiden. Das Mittageſſen, obgleich mit großem Aufwande ſervirt, ſchleppte ſich ſchwer und langweilig durch den langen Gang der Gerichte hin. Fräulein von Rehfeld, welche neben ihrem jungen Vetter, ſowohl in einer bedeutenden Entfernung von ihrem Vater, als auch von der Ba⸗ ronin ſaß, war in Gedanken ſehr vertieft und Alles, was um ſie herum vorfiel, erſchien ihr wie in einem phantaſtiſchen Traum, bis die ganze Geſellſchaft, nach⸗ dem der Kaffee eingenommen war, der Gewohnheit der meiſten Länder des Continents zu Folge ſich erhob und das Speiſezimmer verließ. 3 Miit zerſtreuter Sorgloſigkeit nahm Ida den Arm des jungen Baron's, um der neuen Herrin des Schloſ⸗ ſes, die Fürſt Gallitzin, der ältere der beiden Gäſte, welche man ihr vor dem Diner vorgeſtellt hatte, führte, und Mademoiſelle Erloff, deren Cavalier Graf Alfred de Vaudreuil, der jüngſte und munterſte der

„Geſellſchaft war, zu folgen. Als ſie jedoch bei ihrer

Rückkehr zu dem nun erleuchteten Salon in förmlicher Prozeſſion durch die Bildergallerie zogen, ſtand die Baronin ſtille, bis Ida ſie erreicht hatte, augenſchein⸗ lich ein Werk der Höflichkeit.

Indem ſie die beiden Herren mit einem Nicken verließ, welches ſo allmächtig und ſo herablaſſend wie das einer Juno war, nahm ſie den Arm ihrer Stief⸗