Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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häuslichen Herdes zu ertragen geweſen wäre. Meines Vaters Gattin wird jetzt Muße bedürfen, meine Ge⸗ fühle zu prüfen, oder mein Betragen zu kritifiren.

Nein! ſeit das Unglück beſchloſſen war, bin ich froh,

vaß der Schlag auf einmal kam, und daß die Ein⸗ ſetzung der neuen Perſonen ein ſo öffentliches Geſchäft war. Sie ſcheinen bloß als Gäſte hier auf Rehfeld zu verweilen. Um ſo beſſer.— Der Zufall war mir freundlicher, als mein Vater.“

Als die Toilette des Fräuleins von Rehfeld voll⸗ endet, und die Zeit, welche ihr noch erlaubt war, von der Geſellſchaft ferne zu bleiben, verfloß, ſtreuten die Worte ihrer zwei bewundernden Gefährtinnen ihrer ju⸗ gendlichen Eitelkeit den Weihrauch, an den ſie nur zu ſehr gewöhnt war, und lebhaft verſicherten ſie ihr, ſie ſei ſo ganz Lieblichkeit— ganz Vollkommenheit, daß das herrliche Kleid und der koſtbare Schmuck, welche ſie ohnlängſt von ihrem Vater erhalten hatte, ihre ge⸗ wöhnlichen Reize verdoppelt zu haben ſchienen.

An dieſe ſüße Schmeichelei gewöhnt, denn nie hatte ein mißbilligendes Wort ihr Ohr erreicht, hob ſich die Bruſt der jungen Schönheit mit Gefühlen eines befriedigten Stolzes, und das wallende Blut verbreitete eine bleibende Röthe auf ihre Wangen.

Wenigſtens war es keine Schmeichelei von Seiten ihrer

beiden unvernünftigen Freundinnen, wenn ſie behaup⸗ teten, daß ſie noch nie ſo lieblich, wie in dieſem Au⸗ genblicke ausgeſehen habe.

Von allen Gattungen der Eitelkeiten, welche das weibliche Herz bewegen, iſt die des Bewußtſeins der Schönheit die mächtigſte und einflußreichſte; und als Ida die große Stiege hinabeilte und im Begriffe war, wieder in den Zirkel von Fremden einzutreten, welchen ſie mit Abſcheu verlaſſen hatte, fühlte ſie ſich in der Wiederverſicherung ihres perſönlichen Vorzugs über die ihr an Autorität überlegenen Nebenbuhler, welche ihr Vater ihr zugeführt hatte, beinahe glücklich.

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