Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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worden war, an der Spitze des Haushaltes der Baro⸗ nin und ihrem Gefolge die Honneurs zu machen, mit flammenden Augen in das Zimmer und rief mit knir⸗ ſchender Stimme:

„Ich heiße es eine Beſchimpfung, eine nieder⸗ trächtige Schmähung!— Uns eine ſolche Menge von Leuten zu bringen— und noch dazu in einem ſolchen Augenblicke!“

„Danke lieber dem Himmel, daß mein Vater mit ſeiner neuen Familie nicht allein kam,“ entgegnete Ida, deren Aerger ſich durch den Zorn eines Andern etwas legte.„Die Gegenwart dieſer Fremden verhin⸗ dert wenigſtens, daß wir unſern Gefühlen Zwang an⸗ thun müſſen.“

„Eine Fremde, noch dazu— eine Wittwe— ein Weib, das mit ihren eigenen Kindern beſchäftigt iſt!“

„Gute, theure Amme!“ ſprach Fräulein von Reh⸗ feld.„Erinnere Dich, daß vor noch nicht zwei Stun⸗ den Deine Hauptſorge aus dem Gedanken an eine junge Frau und die Wahrſcheinlichkeit der Nachkom⸗ menſchaft entſprang!“

„Alles, Alles lieber, als dieſes ſtolze, kaltblütige Weib!“ rief die entrüſtete Sara.„Als der Baron, mein lieber Sohn, mich ihr vorſtellte und ihr meine Stellung in der Familie mittheilte, grüßte mich die Fremde bloß mit einer Verbeugung, die ungefähr von der Art war, wie ſie eine Königin von ihrem Throne aus gemacht haben würde! Aber ſie wird ſchon bald einſehen, daß ihre franzöſiſchen Manieren in unſerem einfachen Deutſchland ihr keinen Weg bahnen wer⸗ den!“

„Ihre franzöſiſchen Manieren?“ fragte Mademoi⸗ ſelle Thereſe, welche durch die Gegenwart der Be⸗ ſchützerin Ida's dispenſirt, an ihr Tagewerk gegangen war.„Glaube mir, in einem ſolchen Stolze, wie der, den Du eben beſchriebſt, iſt nichts Franzöſiſches! Eine