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Man konnte nicht leicht einen größeren Contraſt finden, als der war, der zwiſchen der freien Geſprä⸗ chigkeit der Baronin und der ſchüchternen Schweigſam⸗ keit ihrer Tochter herrſchte.
Glücklicher Weiſe neigte ſich der Tag jetzt zu Ende, und die Speiſeſtunde war nahe genug, um das Zu⸗ rückziehen aller Anweſenden wegen ihrer Toilette zu fordern.
Es war eine große Erleichterung für Ida, daß ihr Vater und der alte Hausmeiſter ſich zur Pflicht machten, die Herrin des Schloſſes Rehfeld in das Staatszimmer zu führen, welches auf das Glänzendfie für die erwarteten Gäſte hergerichtet war, während man nicht geahnt hatte, es für den Empfang einer neuen Baronin von Rehfeld zu ſchmücken.
Indem das arme Mädchen, ohne weiteres Inte⸗ reſſe an den Gaſtlichkeiten des Hauſes zu nehmen, auf ihr Zimmer eilte, warf ſie ſich dort auf das Sopha, und brach in einen Strom von Thränen aus. Ihre Demüthigung war nun vollkommen. Ihre beſſern und ſchlechtern Gefühle waren auf gleiche Weiſe verwun⸗ det; ihre kindliche Liebe, ihr ſelbſtſüchtiger Stolz; ihr eitler Ehrgeiz, ihre mädchenhafte Koketterie, waren be⸗ leidigt, und wie die Zukunft, die ſie ſo ſehnlich er⸗ wartet hatte, nun auch entſchwand, erhielt die Vergan⸗ genheit, welche ſie bisher für ſo traurig gehalten hatte, doppelten Werth in ihren Augen.
Da ſie ſich durch dieſen merkwürdigen Vorfall zu⸗ rückgeſetzt fühlte, was würde ſie nicht darum gegeben haben, zu ihrer früheren Stellung zurück kehren und die Ida von Rehfeld wie in den früheren Tagen ſein zu können? Was hüätte ſie nicht bereitwillig geopfert, um an das Herz ihres Vaters gedrückt zu werden, deſſen Ankunft ſie ſtets als eine Erlöſung von einem Leben der Dunkelheit betrachtet hatte, oder aus den Aufmerkſamkeiten desjenigen Verwandten einigen Troſt ziehen zu können, den fie gleich einem Bauern verach⸗


