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Leben ihr Herz und ihre Seele entfernt hatten. Eine bekannte Stimme erregte plötzlich ihre Aufmerkſamkeit und indem ſie nach dem beſetzten Fenſter ſah, bemerkte fie, wie Mademoiſelle Theres alle erdenklichen Artig⸗ keiten an ihren jungen Ritter Wilhelm von Rehfeld verſchwendete, deſſen ausweichende und ceremoniöſe Erwiederungen ihm den Anſchein gaben, als ſchenke er ihr ſeine Aufmerkſamkeit nur widerſtrebend. Was konnte natürlicher ſein, als daß Ida vermuthete, ihr Coufin bemühe ſich nur deshalb den Händen der Gou⸗ vernante zu entwiſchen, um ihr ſelbſt ſeine Aufwartung machen zu können? 3
Es war bereits ſchon über ein Jahr, daß ſie ſich nicht mehr geſehen hatten, und ſeit langer Zeit ſchon wenn der junge Erbe der Würden des Hauſes von Rehfeld ſeinen Onkel bei ſeinem jährlichen Beſuche auf das Schloß begleitete, war er gewöhnt geweſen, ſei⸗ ner jungen Verwandten alle Aufmerkſamkeit zu erwei⸗ ſen, die einer ſo ſchönen Coufine geziemte, um dadurch ſeine Uebereinſtimmung mit jenen Planen, die der Baron ihm zu Gunſten entworfen hatte, an den Tag zu legen. Ida, welche von dem Augenblicke an, in welchem eine Ahnung von den Projekten ihres Vaters in ihrem Geiſte aufgetaucht hatte, minder mädchenhaft in ihren Gefühlen gegen ihren zukünftigen Bräutigam war, fühlte, daß ſie jetzt Troſt und Sättigung ihres Stolzes aus ſeinen Huldigungen ziehen würde. Sie war beinahe böſe über Mademoiſelle Thereſe, weil ſie das einzige Glied der Geſellſchaft, für welches ſie ein Gegenſtand des Intereſſes zu ſein ſchien, in An⸗ ſpruch nahm; ſie war es um ſo mehr noch, da des jungen Barons Umhertrippeln und deſſen unruhige nüc nur zu deutlich ſagten, daß er erlöst ſein möchte.
Als nach Verlauf von ohngefähr zehn Minuten Mademoiſelle Thereſens Fragen, die ſie an ihren neuen Die Frau des Geſandten. J. 3


