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ſtellen wollte, vollkommen anerkennen würden, und ihre jugendliche Schönheit wurde unter dem Einfluſſe der Gefühle, welche ihr Herz bis zum Zerſpringen ſchwell⸗ ten, beinahe peinlich blendend, während ihr Geſicht in einem ſüßen Lächeln ſtrahlte.
Von dem Alter oder der Heimath der neuen Ba⸗ ronin hatte ihr Vater nichts erwähnt, und da das junge Mädchen ganz natürlich mit den Begriffen von einer Braut auch den der Jugend und Schönheit verband, erwartete ſie ein junges und liebliches Geſchöpf an dem Arm des Mannes zu ſehen, deſſen ernſte Miene und graue Haare ſie gewohnt war zu verehren, während jetzt ihr Vertrauen auf ſie bereits geſchwächt war.
Endlich ertönte aus der Ferne das Krachen der
Petarden, welche die Grundholden, wie gewöhnlich bei ſolchen Gelegenheiten, vorbereitet hatten, um die Pferde der Reiſenden an der Grenze der Herrſchaft zu er⸗ ſchrecken. Dann erſchallte das Geläute der Glocken von dem Thurme im Dorfe Rehfeld und nach und nach auch das Getrappel der Roſſe und das Raſſeln der Wagen. Auch Ida erhob ſich jetzt von dem Sitze, auf welchen ſie bei dem erſten Zeichen von der Herannähe⸗ rung der Gäſte geſunken war, und eilte, indem ſie die Hände krampfhaft gegen das Herz preßte, als ob ſie dadurch die Stürme darin beſchwichtigen wollte, und Mademoiſelle Theres bat, ihr nicht zu nahe zu folgen, in die großen Hallen. Die Braut und der Bräutigam waren ſchon aus ihren Reiſewagen geſtiegen und traten eben in das Haus. Die Braut und der Bräutigam! Welche Laute für das Ohr der armen Ida.
Ihre Augen waren jedoch in dieſem Augenblicke zu ſehr beſchäftigt, um viel Muße für die Ausübung ihrer andern Fähigkeiten zu geſtatten; obgleich die Thränen, welche ſie nicht ganz zurückhalten konnte, ſie einigermaßen an der Beobachtung hinderten, die ſie ſich vorgenommen hatte.


