Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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Drittes Kapitel.

Meines Vaters Gattin, doch nicht meine Mutter! Ja tauſendmal, tauſendmal weniger, als eine Mutter! Kindliche Pflicht, welche die Rolle der kindlichen Liebe zu ſpielen hat, gibt mir eine Aufgabe, welche die desjenigen uͤber⸗ trifft, der verurtheilt wurde, unſere ſchwere Erdkugel im Schwunge zu erhalten. Aber ich muß ſie ehren ja ich muß.

Fletcher.

In gewiſſen Fällen, und wenn ein beſſerer Beherr⸗ ſcher fehlt, übt der Stolz manchmal einen glücklicheren Einfluß auf den menſchlichen Geiſt. Schmerzlich be⸗ wegt wie ſie war, wollte Ida doch ſelbſt denen nicht geſtatten, die es ſo gut mit ihr zu meinen ſchienen, ihren Kummer wahrzunehmen. Viel weniger noch er⸗ laubte ſie der Fremden, die gekommen war, das Scep⸗ ter aus ihrer Hand zu nehmen, zu entdecken, daß dieſe Uebergabe gezwungen ſei.

Dem zu Folge hatte ſie, ehe die hochzeitliche Ge⸗ ſellſchaft ankam, ihren Muth ſo weit wieder zurückge⸗ rufen, um dieſelbe mit Würde und Anmuth, ja ſogar mit einem angemeſſenen Willkomm zu empfangen: und es iſt ſo viel wie gewiß, daß, wäre nicht die Begeben⸗ heit geweſen, die ihre Gefühle ſo wild aufgeregt hatte, ihr Betragen als Gebieterin des Schloſſes von Reh⸗ feld weit minder anmuthig geweſen ſein würde, als das der demüthigen Stieftochter einer Fremden.

Sie ſetzte nun etwas darein, ſo vortheilhaft als möglich zu erſcheinen. Sie hatte die feſte Ueberzeu⸗ gung, daß die hohen Gäſte ihres Vaters ihr Recht, an der Spitze jenes Haushaltes zu ſtehen, welchen der Baron unter die Oberaufſicht einer zweiten Gemahlin