Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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und Ungebildetheit für einen Antheil an ſolchen Scenen in Folge der ſchrecklichen Einſamkeit, zu der ich ver⸗ dammt bin, untauglich zu finden. Jedoch weit ent⸗ fernt davon, bei der Ausſicht, für immer in eine Welt von Feſten und Vorſtellungen zu treten, ein beengendes Gefühl zu hegen, fühle ich im Gegentheil, daß das Leben in einer Atmosphäre gleich der, die Sie mir mit ſo hellen Farben geſchildert haben, doppelt werth ſein würde, gelobt zu werden. Ich wurde nicht ge⸗ ſchaffen, um mit Wäldern und Strömen zu verkehren. Ich bedarf Freunde, um zu ihnen und Bekannte, um von ihnen ſprechen zu können. Ich verlange Alles das, was, wie Sie mir erzählt haben, dem Hotel de Choiſy Reiz verleiht.

ieder wünſchte nun die arme Gouvernante min⸗ der geſprächig geweſen zu ſein. Es iſt wahr, daß ſie ſch während der einſamen Winterabende mehr an ihr früheres Leben erinnerte, um ihre eigene Langweile durch dieſes Zurückblicken zu tödten, als um Ida zu belehren und zu beluſtigen, und ſo ſehr hatte ſie ſich in die Schilderungen der muntern Geſellſchaften und eleganten Publicität des pariſer Lebens verloren, daß ſie das Strahlen der Augen ihres Zöglings und das warme Intereſſe nicht bemerkte, welches ihre Bilder von den kriegeriſchen Jünglingen Frankreichs und den Schönheiten, deren Dienſt ſie ſich weihten, bei Ida erweckte. Sei zufrieden, theuerſte Ida! war Alles, was ſie als Troſt in dieſem Ungemache hervorbringen konnte.In zwei Monaten ſind Sie ſiebzehn Jahre alt, und Ihr Vater hat uns verſichert, daß er die Jagdzeit hier zubringen werde. Sie werden dann Ihren Platz an der Spitze des Haushaltes einnehmen und ob er zu ſeinen diplomatiſchen Verrichtungen nach St. Petersburg zurückkehren, oder ſich für immer in der Reſidenz niederlaſſen wird, ſo müſſen Sie auf jeden Fall ſeine Begleiterin und die Theilhaberin ſeiner