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edelten Theil des heiligen römiſchen Reiches auf ſich zu richten! Der Noman der Stellung ihres Zöglings im
Leben, und das Eigenthümliche ihrer Erziehung war
in den Augen einer Perſon, die lange in dem bunten Durcheinander des Pariſer Lebens verſtrickt geweſen, nicht ohne Reiz. Alles war neu, fremd und ergreifend für ſie in jenem dunkeln, alten Schloſſe; und während es zu ihrer Gouvernanten⸗Kurzweil in den langen Winterabenden diente, der nur zu aufmerkſamen Ida die Herrlichkeiten und Reize ihres eigenen, glänzende⸗ ren Vaterlandes zu ſchildern, war es ihr nicht leid, gelegenheitlich in den Schilderungen der vergnügten Soiréen in dem Hotel de Choiſy, wo ſie die letzten fünf Jahre zugebracht hatte, durch die feierlichen Ein⸗ ſchaltungen, mit welchen Sara an den Abendunterhal⸗ tungen Theil nahm, unterbrochen zu werden. Dieſe betrafen jedoch die Kriege Deutſchlands, die Größe ſei⸗
ner Baronen, und vor Allem die Tapferkeit und Würde
der Vorfahren des ſchönen Mädchens, das, obgleich ſei⸗ ner Herrſchaft ſich bewußt, noch geduldig und aufmerk⸗ ſam lauſchend an ihrer Seite ſaß.
Zweites Kapitel.
Die menſchlichen Verhaͤltniſſe erheiſchen das Regieren! So klein auch das Koͤnigreich ſei,
ſo unbedeutend die Krone, man will doch im⸗
mer regieren.
Champfort.
Bald waren nun ſchon zwei Jahre entſchwunden, und noch hielt die vorſichtige Entfaltung der diploma⸗


