Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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Unglücklicher Weiſe machte ſie jedoch eben dieſe Weichherzigkeit zu einer untauglichen Erzieherin für Ida von Rehfeld. So bedeutend auch der Einfluß ihrer anmuthigen und feinen Sitten auf die Gewohn⸗ heiten der lieblichen, aber ungebildeten Erbin war, ſo gab doch die unverholene Bewunderung von Ida's Talenten der Eitelkeit ihrer Schülerin eben ſo reiche Nahrung, als die Unterthänigkeit der alten Amme und die Verehrung des Paſtors verhängnißvolle Anregun⸗ gen ihres Stolzes geweſen waren.

Von dem alten Voſſius, wurde ſie wie eine Göt⸗ tin verehrt von Sara wie eine Königin, und die Untergebenen ihres Vaters, welchen ſie durch manchen Akt der Gnade zu ihren Gunſten theuer geworden war, umringten ſie mit Verſicherungen ihrer Unterwür⸗ figkeit. Ihr Stolz auf ſie ſelbſt paßten eher für den Stellvertreter ihres Vaters, als für eine Tochter des Hauſes von Rehfeld, welche als das größte Weſen, das ſie jemals gekannt hatte, eine größere Herrſchaft nach öre Schätzung beſaß, als die ſchöne und talentvolle

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Er war von ſolcher Beſchaffenheit, daß er ſich leicht in Ehrgeiz hätte verwandeln können, aber es ſchien nicht wahrſcheinlich, daß er in eine gemeinere Schwäche ausarten würde.

Sara, ein Glied der Familie, hatte von der erſten Stunde an ihrem Pfleglinge Begriffe von deſſen Ein⸗ fluſſe und ihrem eigenen Werthe eingepflanzt, und ſo⸗ gar Mademoiſelle Thereſe, obgleich ſie in ihrem Her⸗ zen ſelbſt den Hof des ſächſiſchen Herzogthums als einen rein provinciellen, und ſeine Reſidenz weit unter einem Hoôtel in der Faubourg St. Germain ſtehend betrach⸗ tete, hatte noch keine ſechs Wochen auf Schloß Reh⸗ feld verweilt, als auch ſie ſchon die Vorurtheile der übrigen Hausgenoſſen zu theilen ſchien, daß die Tochter des Barons nur bei Hof vorgeſtellt werden dürfte, um

die Augen ganz Europa's gegen den von nun an ver⸗