Teil eines Werkes 
5. - 8. Bdchn (1846)
Entstehung
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Frau Hamlyn und ihren Töchtern auf die behutſamſte Weiſe eröffnet worden. Ellen ſprach mit Henry zärtliche Worte und Betheurungen in Menge, Walther war be⸗ müht, den Muth ſeiner Mutter zu ſtärken, daß es ihr möglich war, das Zimmer des Todes zu betreten. Sie wünſchte, daß auch die armen Mädchen ſie begleiten ſollten, welche laut jammerten, daß ſie das Angeſicht ihres Vaters zum letztenmale ſehen ſollten.

Ein ähnliches Gefühl drängte ſich alsbald Henry auf, ſogar unter den Tröſtungen Ellens, welche ſeinem Herzen ſo theuer waren. Oberſt Hamilton lieh ihm ſei⸗ nen Arm bis zur Thüre des Zimmers, aber ging nicht hinein. Er fühlte, in einem ſo heiligen Augenblicke ſollten die Verwandten des Todten allein bei ihrem Todten ſein.

Als Henry eintrat, waren die drei tiefbekümmerten Weiber rings um das Bett im Gebet auf ihren Knieen. Walther ſtand neben ſeiner Mutter; ſeine und ihre thrä⸗ nenvollen Augen blickten ſtarr auf den nun alles Lebens beraubten Leib, auf das regungsloſe Geſicht, das vor ein paar Stunden mit Lebhaftigkeit, Verſtand, Willen begabt geweſen war. Im Augenblicke, als die Thüre ſich öffnete und Henry eintrat, ſtürzten die zwei Brüder, welche auf dieſe Weiſe ſeit ihrem Unglück zum erſten⸗ mal wieder zuſammentrafen, unwillkürlich einander in die Arme und hielten einander unter Thränen feſt. Dadurch gaben ſie ſich ſtillſchweigend das heilige Verſprechen

feuriger, brüderlicher Liebe. In dieſem Augenblick hatte

keiner von ihnen beiden einen Gedanken oder eine Sorge, welche nicht auf den Todten vor ihnen und die beküm⸗ merten Weiber zu ihren Füßen Bezug gehabt hätte.

Armuth in der Welt, Schmach in der Welt waren, in

Gegenwart ihres todten Vaters, für ihr Ohr bloße Worte. Während ganz London von nichts Anderem zu ſprechen wußte, als von dem Bankrutte und der Schlechtigkeit der Hamlyns, dachten ſie in dieſem kleinen Zimmer, wo ſie bei einander waren, weder an Silber, noch an Gold. Sie hätten den Preis, um den die ganze Welt feil ge⸗