Teil eines Werkes 
5. - 8. Bdchn (1846)
Entstehung
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Dich bei mir haben. Walther! ich kann nicht mehr be⸗ reuen, es iſt zu ſpät; es iſt zu ſpät, Erörterungen zu geben. Aber das Grab deckt Alles. Mein Leben war ein Mißgriff; es begann mit Irrthum und endete mit Verbrechen. Mein Vater war ein Verſchwender. Er hinterließ mir bloß ein ruinirtes Geſchäft, ein zerrütte⸗ tes Vermögen. Ich liebte ihn im Leben, ich achtete ſein Angedenken, ich verſuchte, es vor Schande zu be⸗ hüten, ſogar auf Koſten von— Walther! wenn Du mich ſchmähen und beſchimpfen hörſt, ſo denke milde von einem Manne, der Dich anbetete, wie er dereinſt ſeinen Vater anbetete. Denke milde von mir. Schütze Deine Mutter, die beſte, die tugendhafteſte, weibliche Perſon. Thue Dein Aeußerſtes, um der Welt die Verwirrung zu verhehlen, in welcher die Firma Hamlyn gerathen iſt. Aber vor Allem, vor Allem denke nicht an—.“ Seine Sprache wurde immer gebrochener. Doch war es, wie wenn er durch die Thränen, die von den Augen des Hauptmanns Hamlyn fielen, aufgeweckt wurde. Plötz⸗ lich reckte er ſeine Hand aus, die durch das Nahen des Todes bereits kalt war, zog das Angeſicht ſeines Sohnes gegen ſich, und drückte einen glühenden Kuß, den erſten ſeit den Knabenjahren, auf ſeine Lippen.

Gleich darauf ließ er ſeinen Arm los, und ſein Haupt ſiel ſchwer auf das Kiſſen zurück. Seine Augen blickten lebhaft und forſchend auf die des Kapitäns Ham⸗ lyn und ſchloſſen ſich nie wieder. Plötzlich ließ ſich in ſeinem Halſe ein auffallender, röchelnder Ton vernehmen. Blut, untermengt mit Schaum, drang aus ſeinem Munde hervor. Seine Augen waren zwar immer auf die ſeines Sohnes feſt gerichtet, aber in ihrem gläſernen Blicke war kein Leben mehr. Bereits hatte der Tod ſie ſtarr gemacht.

Vor der Ankunft der Chirurgen, nach denen ge⸗ ſandt worden, war Alles vorüber. Als ſie das Haus verließen, brauchte man nur ihre Geſichter zu betrachten, um das unglückliche Ereigniß zu erfahren. Die nieder⸗ ſchlagende Kunde war vor der Ankunft des Oberſten