Teil eines Werkes 
5. - 8. Bdchn (1846)
Entstehung
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unter einem geſchickten Vorwande ins Bette zu bringen, drückte er den Wunſch aus, er ſelbſt möchte auf dem Sopha im Geſellſchaftszimmer ein Paar Stunden ruhen. Walther habe ſein Anerbieten, die Wache neben dem Verwundeten mit ihm zu theilen, entſchieden abgelehnt. Was den Verwundeten betreffe, ſo habe er eine beſſere Nacht gehabt, als man gehofft oder vorausgeſagt habe.

Die Frauenzimmer entfernten ſich und ſo war der Oberſt ganz allein in dem prächtigen Zimmer, in welchem Hamlyn ſelbſt in der vrohergehenden Nacht um dieſelbe Zeit geweſen war. Aber wie verſchieden war bei beiden, ſo lange ſie hier waren, die Geſinnung des Herzens, wie verſchieden waren ihre Abſichten und Planen. Der Bankier hatte ſeine Seele zu einem ſchrecklichen Vorſatze, zu einem feindlichen, unchriſtlichen Zuſammentreffen geſtählt, der alte Mann hegte Plane des Friedens und der Herzensgüte aus. Der Bankier war voll Schrecken vor Erinnerungen aus ſeinem Leben, voll Unbußfertigkeit und Herzenshaͤrtigkeit zurückgeſchaudert, der alte Mann be⸗ mühte ſich die aufgeregten Gefühle ſeines Herzens durch Ge⸗ danken voll Zärtlichkeit und Liebe zu beruhigen. Der Bankier hatte ſich bemüht, bei einer drohenden Gefahr, ſeinen Muth dadurch zu ſtärken, daß er ſich ſein gewöhnliches Glück und ſeine falſche Thatkraft ins Gedächniß rief, die bei ihm aus ſeiner eingewurzelten Achtung vor der Meinung der Welt entſprungen war, eine Thatkraft, die ihn oft in den Stand geſetzt hatte, Wunder über Wunder zu thun, und zu verhüten, daß ſein Charakter irgendwie Noth leide. Der alte Mann ließ voll Demuth das Haupt auf die Bruſt herniederſinken, und empfahl ſich und diejenigen Perſonen, welche ihm am Herzen lagen, der Vorſehung Gottes.

Die letzten Gedanken, die er in dieſer Nacht hatte, beruhigten ſein bekümmertes Herz, und brachten ſeine angegriffenen Augenlieder zur Ruhe. Dieſe Gedanken waren folgende:„gerade in dieſem Zimmer brachten meine armen Knaben häufig angenehme Feiertage zu.