Teil eines Werkes 
5. - 8. Bdchn (1846)
Entstehung
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Ein Verräther im Hauſe, wie dieſer, war millionenmal mehr zu fürchten, als die in italieniſcher Sprache geführten Geſpräche Ellen Hamiltons und der Wittwe von Sir Roger Burlington.

Wie es in ſolchen Fällen gewöhnlich iſt, der Gegen⸗ ſtand dieſer Aufmerkſamkeit wurde ſich bald ſeiner Macht bewußt. Spilsby konnte allerdings der Sache nicht auf den tiefſten Grund kommen, er kannte auch die Quelle der Mängel nicht genau, welche ſeinen Prinzipal vor einer Unterſuchung zittern machten, aber er ſah doch ein,

3 daß er für den Augenblick die Mittel in Händen habe, 4 die Selbſtbeherrſchung Herrn Hamlyns zu zerſtören, und zwar durch ein einfaches höhniſches Lächeln, welches ſich auf ſeinem Munde zeigte, wenn Hamlyn den glücklichen Stand ſeiner Geſchäfte rühmte. Wenn ſein Herr ein großes Depoſitum ankündigte, ſo hatte er Nichts zu thun, als ſein Auge unverſchämt und ſpionirend auf ſeinen Herrn zu richten, um zu machen, daß Richard im Geſichte be⸗ troffen, und ſeine Antworten unzuſammenhängend wurden.

Dieß Alles machte dem Bankier bange. Der Stolz auf ſein Anſehen in der Lombardſtraße war beinahe gänzlich zerſtört. Er konnte nicht gehen, ſprechen, ſchreiben, ſich bewegen, ohne zu fühlen, daß er von Spilsby beauf⸗ ſichtigt ſei. Während der geheimen Unterredungen, die in ſeinem hintern Zimmer gehälten wurden, dachte er ſich immer das Ohr des kahlköpfigen Schreibers hart am Schlüſſelloche; wenn er allein bei ihm war, ſo bekam er hie und da die Luſt eines Gladiators, auf ihn los⸗ zuſtürzen, und ſeinem Freunde deſſen Kenntniſſe über ſeine Geheimniſſe, alle ſeine Entdeckungen aus der Bruſt zu reißen. Er verlor ſeine kalte Schlauheit und die ge⸗ wöhnliche Macht der Berechnung, wenn Spilsby zugegen war. Wenn ſich das Auge des kahlköpfigen Schreibers auf ihn richtete, ſo war es Hamlyn nicht länger möglich, die Geheimniſſe der öſtreichiſchen Staatsſcheine und der vandaen Wechſel zu entziffern.„Othellos Tagewerk war gethan!“ 3