Teil eines Werkes 
5. - 8. Bdchn (1846)
Entstehung
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nicht über die Thürſchwelle des Rechnungshauſes gekommen. Der wirkliche, wahre Theilhaber übte allein den Einfluß auf ſeine Untergebenen aus. Der Grund war, daß er einen Charakter von der höchſten Unbeſcholtenheit und als Geſchäftsmann eminente Fähigkeiten hatte. Denn die Rechtſchaffenheit eines Zahlmeiſters iſt ehrender, als Ritterſporn, und die Feder des Bankier war ſo glorreich, als die Lanze Bayards.

Wenn je bei einem Geſchäfte ein Fehler vorkam, ſo hatte der Schreiber, welcher in Verlegenheit gekommen war, bloß bei dem Haupte der Firma um eine Unter⸗ redung von fünf Minuten zu bitten, und Alles war wie⸗ der im Reinen, die fehlenden, fraglichen Fonds kamen heraus, und die ganze Schwierigkeit gelöst.

Wenige Schreiber von Bankier haben Muße, um ſorgfältiger die Privat⸗Angelegenheiten ihrer Prinzipale zu unterſuchen, als die ſchuldige Bezahlung ihrer Beſol⸗ dungen und der Stand der Geldkaſſe ihres Herrn erheiſcht. Jeder, der die Bankierhäuſer in der Lombardſtraße über⸗ haupt und namentlich das Haus Hamlyn kannte, oder zu kennen bemüht war, war, daß dieſes Haus ein ſehr reiches, und daß der Reichthum deſſelben immer noch im wachſen ſſei, weil Richard Alles mit ſtarkem, klugem Sinne leite. Demgemäß waren auch, ſeine Schreiber ganz glücklich, voll ſtolzen Muthes, ſich ſelbſt genügend, wie es der Schreiberſchaft eines im wachſen begriffenen Hauſes an⸗ gemeſſen iſt.

Doch war Einer unter ihnen, Namens Spilsby, der kahlköpfige Schreiber, an welchen die Wittwe John Darleys vom Eitronen⸗Hof von ſeinem Herrn gewieſen worden war, und welcher ein etwas verſchmitzteres Auge und berechnenderen Sinn, als die übrigen Schreiber hatte. Ihm ſchien die Art und Weiſe, wie Hamlyn ſeine Ge⸗ ſchäfte betrieb, auffallend. Hamlyn bewies in der Art und Weiſe, wie er die Dividenden annahm, und über die Verſicherungen des Hauſes verfügte, ein Mißtrauen, das einen Mann argwöhniſch machen mußte, welcher

Die Bankiersfrau. II. 3