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menſchlichen Natur.“ Nach meinem Gefühle kann ein Weib nicht zu gewöhnlich ſein. Das Gewöhnliche an einem edlen Weibe— das heißt eine weibliche, edle, liebende, köſtliche Ausgabe von einem Manne— iſt Vollkommenheit. Ich habe eine Freude an dieſer Eigen⸗ ſchaft des Gewöhnlichen, wie am Gewöhnlichen, das uns einen Eichbaum oder einen Roſenſtrauch in voller Blüthe darſtellt. Das iſt eine Sache, welche nicht ver⸗ beſſert werden kann. Der Begriff Weib ſollte keinen Comparativus und keinen Superlativus haben. Es gibt nichts Beſſeres, als wenn man gut iſt. Der Ausdruck „die Beſte“ iſt ein ganz überflüſſiger, er iſt ein Werk der Ueberzählung.„Gut“ iſt genug für Jedermann, das heißt: Jedermann ſollte das für das Beſte halten, daß und wenn er gut iſt.“ 3
„Dieſen Morgen ſchneiden Sie Ihr Stroh ziemlich fein, mein theurer Dar!“ rief Walther aus.„Wollen Sie ſich etwa dafür rächen, daß es an dieſem Tage kein Wetter iſt, um die Hunde von der Koppel zu laſſen?“
„Wie Sie wiſſen, wurde ich ſeit den letzten vier⸗ zehn Tagen mit meiner armen Mutter und ihrem Kaplan, meinem alten Hofmeiſter, im Käfige gehalten. Ich mußte mit ihm Logik ſtudiren, damit mir nicht der Ge⸗ danke kam, ihm den Kopf voll zu ſchwatzen, und„ſo viel von Burlington.“ Aber in allem Ernſte, mein theurer Burſche(wenn man anders da ernſthaft zu ſprechen im Stande iſt, wo Weiberröcke im Spiele ſind*) glauben Sie, daß Miſtreß Hamilton jeden Tag, ſo lange ſie lebt, ihre Leidenſchaftlichkeit ſteigert? Bei einem Weibe ſind drei leitende Punkte zu beobachten: Herz, Seele, Leib. Auf dieſe Weiſe erkläre ich die Allegorie der drei Grazien. Unter einer Million gibt es kein Weib, welches in allen dreien vollkommen wäre. Wenn zwei Punkte vorhanden
*) Dieſes iſt aus Shakespeare. Der Kaplan hier heißt Bucking⸗ hame ei⸗ die Perſon bei Shakespeare, auf welche die Verfaſſerin


