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„Unter ſolchen Umſtänden werde auch ich Ihnen mißfallen. Bei mir können Sie ſich darauf verlaſſen, mehr als vierzig Jahre meines Lebens wandte ich ein⸗ zig und allein dazu an, Maſſen Geldes aufzuhäufen, die möglichſt beſten Zinſe für ſie zu erhalten, und—“
„Aber zu welchem Zwecke, mein theurer Herr!“ unterbrach ihn Ellen.„Was Anderes, als bloß Ihre eigene Zeit, Ihre eigene Bequemlichkeit, Ihre eigene Ruhe, die Anſtrengungen Ihres eigenen Geiſtes brachten Sie der Erwerbung des Reichthums zum Opfer? Zu
was Anderem war der ſo erworbene Reichthum beſtimmt,
als das Wohlſein Ihrer Familie, das Glück Ihrer gan⸗ zen Umgebung feſt zu gruͤnden? Weſſen Eigenthum ſetz⸗ ten Sie durch Spekulationen in Gefahr? Weſſen Ver⸗ mögen ruinirten Sie durch Berechnungen? Wem liehen Sie Geld auf wucheriſche Zinſe aus? Wem leiſteten Sie bei ſeiner Berſchwendung Vorſchub, ſo daß er ſein Vermögen zu Grunde richte, und das Gut ſeiner Vor⸗ eltern ihm verloren ging? Wann haben Sie ſo nieder⸗ trächtig erworbenen Reichthum zu dem kaum weniger verächtlichen Vorſatze verwandt, das Auge der menſch⸗ lichen Geſellſchaft durch falſche Vorſpiegelungen zu täu⸗ ſchen, und im hinterliſtigen Gewirre des Londoner Lebens eine Rolle zu ſpielen? Können Sie nachweiſen, daß Herr Hamlyn durch dieſe Beſtrebungen die Zufriedenheit ſeiner Familie geſchaffen habe? Zeigen Sie mir das häusliche Glück, welches der eitle Prunk ſeines übel er⸗ worbenen Reichthums geſchaffen hat! Seine Frau iſt auf's Tiefſte niedergeſchlagen; ſeine Tochter wagt es kaum, in ſeiner Gegenwart das Auge zu heben, und Einem ſeiner Söhne ſind die theuerſten und glänzendſten Plane ſeines Herzens durchkreuzt, weil er den engherzi⸗ gen Befehlen der Politik ſeines Vaters nachkommen ſoll?
„Woher, beim Teufel! wiſſen Sie denn das Alles?“ rief der Oberſt aus.„Gott weiß, das iſt nicht das Ge⸗ mälde, das ich Ihnen immer von Dean⸗Park entwarf.“
Der Oberſt erwartete nun, er habe ſie auf einen
Die Bankiersfrau. I. 22


