Punkt geführt, wo ſie wohl nothwendiger Weiſe geſtehen
müſſe, daß ſie mit Henry Hamlyn ſehr gut bekannt ſei, aber er täuſchte ſich, denn ſie erwiederte:„Sie vergeſſen, ich war vor drei Jahren eine ganze Woche lang im Hauſe Hamlyns.“
„SDa ſage ich Ihnen, Sie haben Ihre Zeit merk⸗ würdig benützt! Uebrigens war damals, als Sie zu Dean waren, Walther mit ſeinem Regimente abweſend, und Sie wiſſen alſo nicht, wie er mit ſeinem Vater ſteht. Glauben Sie mir nur, Ellen, Hamlyn liebt Wal⸗ thern ſo ſehr, als ich je ein leibliches Kind von mir liebte! Walthern würde er jedes Opfer bringen.“
Frau Hamilton ſchüttelte den Kopf mit Lächeln und wollte die Sache nicht glauben.
„Schon gut! früher oder ſpäter werden Sie wohl geſtehen müſſen, daß es auf der Welt Nichts gibt, wel⸗ ches Hamlyn ſeinem älteſten Sohne abſchlagen könnte.“
„Recht, Sir! ſeinem älteſten Sohne! Dieſe zwei Worte erklären das ganze Geheimniß des Einfluſſes, welchen Walther auf ſeinen Vater hat. Ich ſehe Ihrem Geſichte an, Sie beſchuldigen mich, ich habe einen un⸗ edeln Sinn. Aber ich erkläre Ihnen, ich will eben ſo gut auf dem Boden, über welchen ſich die kochende Lava eines Vulkans ergoß, eine lebende, blühende Blume pflücken, als in einem Herzen, das ſich ſyſtematiſch dem Beſtreben vermittelſt des Sklavenhandels oder dem Han⸗ del mit dem Vermögen Anderer Geld zu gewinnen, er⸗ geben hat.“
„Nein, aber ſicher—“
„Nein! nein! nein! ich will kein einziges mildern⸗ des Wort hören. Ich haſſe eine harte, mitleidsloſe Seele, welche dadurch verhärtet wurde, daß ſie ihre Ohren im⸗ merwährend gegen die Klagen ihrer Nebenmenſchen taub machte, oder mit gar nichts Anderem, als mit Geld, Geld und wieder Geld zu ſchaffen hatte. Nach meiner Anſicht iſt Hamlyn weniger, als ein Mann; er iſt eine Mumie, die den Prozeß des Galvanismus durchmachte,


