Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
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Ellen mit leiſer, aber ſicherer Stimme.„Sie mögen ſich darauf verlaſſen, niemals werde ich wieder heiraten.“

„Es macht mir keine Freude, daß Sie ſo ſprechen. So wahr, als das Andenken an meinen Sohn meinem Herzen heilig iſt, ich fühle es, Sie lebten nicht lange genug mit meinem armen Robert, und Sie ſelbſt ſind zu jung und zu ſchön, viel zu jung und zu ſchön, um ſich für den Reſt Ihrer Tage an den Wittwenſtand zu binden. Das iſt unnatürlich, meine Theure! das iſt Nichts, was man von Ihnen erwarten ſollte. Was ich ſagen wollte, iſt das: wenn Sie einen zweiten Gemahl nehmen wollen, ſo kann ich nicht umhin, zu geſtehen, daß der Sohn meines Freundes Hamlyn mir als Schwie⸗ gerſohn angenehmer wäre, als irgend ein Anderer. Denn als Schwiegerſohn werde ich Ihren künftigen Gatten. betrachten. Seitdem ich Sie geſehen, kennen gelernt und geliebt habe, Ellen! iſt es mir, das dürfen Sie glau⸗ ben, wie wenn Sie meine eigene Tochter wären.“

Wie der Oberſt ſicher erwartet hatte, die Wangen ſeiner ſchönen Genoſſin färbten ſich purpurroth, als er den Sohn ſeines Freundes in Erinnerung brachte. Es hätte ihm übrigens an Muth gefehlt, eine Frage an ſie zu richten, wodurch er ſich in ihre Geheimniſſe ein⸗ gedrängt hätte, ſogar wenn ſein eigenes Herz bei den Worten, welche er zuletzt mit ihr geſprochen hatte, we⸗ niger betheiligt geweſen wäre. Sein zartes Gefühl hielt ihn vollkommen davon ab, die Zeichen ihrer Aufregung auf liſtige Weiſe zu unterſuchen. Nach einer kurzen Pauſe, während welcher er übrigens von ſeiner Beglei⸗ terin keine Sylbe als Antwort herausgebracht hatte, ſagte er:„So, meine Theure! wenn dieſer flotte Burſche bei der königlichen Schloßbrigade ſo glücklich iſt, Ihre Neigung auf ſich zu ziehen, ſo iſt dieſes das Beſte für alle Partien. Ich weiß ganz gewiß, Hamlyn wäre ſtolz darauf, wenn er für ſeinen eigenen Sohn die Hand einer Dame erbitten dürfte, die er mit ſo vieler un⸗

nützer Aengſtlichkeit dem meinigen entführen wollte.“