334
„Ich zweifle gar nicht daran, er würde es thun, wenn er Ihre väterlichen Erklärungen zu meinen Gun⸗ nen gehört hätte,“ entgegnete die junge Wittwe mit be⸗ trübtem Herzen und bitterm Lächeln.„Mein theurer Oberſt Hamilton! Ihre Erbin, möge ſie eine Schau⸗ ſpielerin, eine Nähterin oder irgend ein anderes wenig geachtetes Weſen ſein, würde von dem Bankier mit ge⸗ bogenen Knien in den Schooß ſeiner Familie aufgenom⸗ men werden.“
„Gehen Sie! gehen Sie! ſeien Sie nicht zu hart gegen meinen Freund! Hamlyn iſt der ehrenhafteſte Burſche auf Gottes Erdboden! Ich könnte Ihnen herr⸗ liche Züge aus dem Charakter Hamlyns enthüllen, welche dem Namen eines Mannes die höchſte Ehre machen! Meine theure Ellen! Sie haben gewiß, ſeitdem Sie in dieſer Gegend find, den Werth eines thätigen, wohl⸗ wollenden, feſten, denkenden Geſchäftsmannes wohl ein⸗ geſehen und gewürdigt, der die manchfachen Intereſſen der Nachbarſchaft, die unter ſeinem Schutze ſtehen, ſo trefflich zu leiten weiß?“
„Ich zweifle nicht daran, Herr Hamlyn iſt ein Mann von ausgezeichnetem Einfluß und ausgezeichneter Wich⸗ tigkeit. Er gibt große Beiſteuern zu den milden Stif⸗ tungen in der Gegend. So macht es auch Gratwycke (ſosviel ich gehört habe, verwendet er zu dieſem Zwecke den vierten Theil ſeines ſehr mäßigen Einkommens) und doch muß ich dabei denken, der alte Mann iſt deßwegen doch weit davon entfernt, ein guter Geſellſchafter zu ſein.“
„Ja! ja! es kann Jemand einem Spital eine be⸗ deutende Summe ſteuern, und doch iſt er deßhalb kein beſſerer Chriſt. Gratwycke zum Beiſpiel gibt den treffend⸗ ſten Beleg dafür. Er poſaunt immer aus, ſein Gut ſei durch die Schlechtigkeit der Zeiten und durch die Treff⸗ lichkeit der zu Gunſten der Armen gegebenen Geſetze auf die Hälfte ſeines Ertrages herabgekommen, aber den⸗ noch ſteure er, wie ſein Vater vor ihm, eine Guinee, um die Einrichtungen und Anordnungen in der Grafſchaft


