Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
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mir findet, durch das Gemälde meines Unglücks, meiner Verzweiflung, aus ihrem Herzen zu verbannen.“

Kalt, beinahe ſteif und abgemeſſen, waren die Aus⸗ drücke, mit welchen der hochherzige junge Mann ein Opfer ankündigte, deſſen er nur gedenken durfte, um in Verzweiflung zu gerathen, und Ellen hatte vollkommen Recht, wenn ſie in der Bitterkeit ihres Kummers fühlte, daß bereits der Geiſt ſeiner künftigen Beſtimmung auf ihm ruhe, und daß er wie ein Bankier ſchrieb. Kein Wort des Troſtes für ihre Empfindungen der Liebe ſtund in ſeinem Schreiben, kein Platz war ihren ſchmerzhaften Gefühlen übrig gelaſſen. Aufs feſtete ſprach er von ſich ſelbſt, aufs kälteſte von ſeinen Planen, deßhalb glaubte ſie, den vollſten Grund zu der Vermuthung haben zu dürfen, daß die Schwierigkeiten ihm ganz willkommen ſeien, welche ſie ihrer Verehelichung dadurch in den Weg gelegt hatte, daß ſie unerfüllbare Bedingungen ſtellte.

„Wenn doch meine arme, theure Mutter im Ge⸗ ringſten vermuthete, welch großes Opfer das iſt, das ſie von ihrem Sohne verlangt!“ rief Henry aus, nach⸗ dem er gerne zwanzig Mal den gemäſſigten, beinahe ſtolzen Brief Ellen Hamiltons durchgeleſen hatte, in welchem ſie ihm auf den Seinigen antwortete, in dem er ihr geſchrieben hatte, daß ſeine Plane ſich geändert haben, und daß er das kurze Zeit zwiſchen ihnen beſtandene Freundſchaftsverhältniß auflöſe.„Wenn meine Mutter es doch nur wüßtel Möge ſie es aber nie erfahren! Ihr Leben iſt, fürchtete ich, kein glückliches. Sie würde nur tauſendmal mehr Kummer und Schmerz empfinden, wenn ſie erführe, daß ſie mein Herz gebrochen hat.“

„Mein theures Mädchen! ich fürchte gar ſehr, Sie haben Ihre Geduld zu hoch angeſchlagen,“ bemerkte der Oberſt gegen ſeine ſchöne Schwiegertochter, nachdem er vierzehn Tage auf ſeinem Schloſſe zugebracht hatte, und nun entdeckte, daß die Schritte Ellens bei ihren Spazier⸗ gängen weniger leicht, und ihre Stimme bei ihren Unter⸗ haltungen weniger freudig war, als bei ihrer erſten