Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
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überwand ſie die Schüchternheit des Weibes und wagte es als ſolche, ihre eigene Ueberzeugung an den Tag zu legen.

Der Bankier ſchaute ſie in äußerſter Beſtürzung an. Dieſes war der erſte Widerſpruch von Seiten ſeiner Frau, welchen ſie ſeit der Zeit, daß ſie mit ihm vermählt war — ſeit fünfundzwanzig Jahren gewagt hatte. Der Ent⸗ ſchluß, welchen ſie ſo eben geäußert, war in viel zu ruhigem und mildem Tone ausgeſprochen, als daß er Hoffnung haben könnte, mit Gewalt und Heftigkeit ihren Widerſpruch niederzuſchlagen.

„Du willſt alſo in dieſer Angelegenheit Deinem eigenen Kopfe folgen,“ entgegnete er ſo ruhig, als ſie geſprochen hatte.„Doch ich ſollte mich nicht darüber verwundern, daß im Augenblicke, in welchem mein Ein⸗ fluß finkt, und die ganze Welt zuſammengetreten zu ſein ſcheint, um einen fallenden Mann niederzudrücken und zu überwältigen, meine eigene Familie den Anfang macht, hereinſtürzt und das Signal für die Kränkungen gibt, die ich alsdann von anderen Leuten erdulden muß.“

Am unwillkürlich ſtarren Blicke der auf's äußerſte betroffenen Sophie, bemerkte Hamlyn, daß dieſer Schlag, den er auf ſie geführt, ein gut berechneter ſei, und daß die Gefühle des Weibes ſeiner Tugend bis in's Innerſte verwundet worden ſeien.

„Ich werde Dir folgen,“ ſagte ſie und reckte ihre Hand mit verzweifelnder Miene aus, um die Banknoten anzunehmen, welche er immer noch in der Hand hielt. „Alles, um was ich Dich bitten will, iſt das, daß, wenn der Baum des Böſen ſeine bitteren Früchte bringen wird, Du mich nicht anklageſt, zu ſeinem Wachsthum beige⸗ tragen zu haben.“

„Ich danke Dir! kein Vorwurf ſoll auf Dich fallen,“ entgegnete Hamlyn kalt. Es war ſichtlich, er überwand nach und nach die in ſeiner Bruſt ſtreitenden Empfin⸗ dungen und Gefühle.„Wir müſſen mit einander ſtehen oder fallen. In unſerem Alter hat das Stehen oder Fallen weniger Bedeutung. Die beſſere Hälfte unſerer

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