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böſen Winkel für das Gefühl für Unrecht hätte, hab ich noch niemals bemerkt. Ich weiß kein Weib verſteht irgend Etwas ſo wenig, als wie man verzeihen ſoll.“
Ellen drückte den Arm des Oberſt, auf welchem ſie ausruhte, zum Zeichen, daß ſie die Kränkungen, auf welche der Oberſt anſpielte, vollkommen vergeſſen habe.
Der Oberſt erwiederte:„im Ganzen, meine Theure! bin ich Ihnen doch noch eben ſo gut, als vorher, trotz dem, daß ſich letzte Nacht Ihre Augenbrauen finſter zuſammenzogen, als ich gelegenheitlich den Namen Richard Hamlyns nannte. Denn ſo lange Sie noch irgend einen kleinen Aerger zeigen, den ſie etwa noch gegen ihn fühlen, habe ich weniger zu befürchten, ich werde von Ihnen bei Seite geſetzt. Wenn es Ihnen recht iſt, ſo ſoll der Bankier in meiner Hand eine Geißel ſein, welche ſie mir, der Sie auf das herzlichſte liebt, in die Arme jagt.„Was Ihren Groll gegen den Bankier betrifft, ſo bitte ich Sie, Sie möchten bei ſeiner Frau eine Ausnahme machen.“
„Sie können dieß nicht mit großerer Wärme fordern, als ich geneigt bin, es zu verſprechen,“ ſagte Ellen treuherzig. Was ſie betrifft,— mein kurzer Beſuch auf Dean⸗Park erfüllte mich mit tiefer, wahrer Achtung und Liebe gegen ſie.“
„Wollen Sie nicht Morgen nach dem Frühſtück mit mir auf Beſuch zu ihr gehen? die Hamlyns werden, wie ich vermuthe, in der letzten Nacht von der Parthie nach Schloß Rotherwood zurückgekehrt ſein.“
Miſtreß Hamilton gab keine Antwort. Der Oberſt, welcher meinte, ſeine Rede ſein durch den hellen Ton überſtimmt worden, welchen die ſich ſelbſt ſchließende Thüre des Pfarrhofes zu Orington verurſachte, in welchen ſie eintraten, wiederholte ſeine Frage.
„Es wird kaum der Etiquette gemäß ſein, daß ich zuerſt Miſtreß Hamlyn beſuche,“ ſagte ſie.„Es wäre vielleicht beſſer, wenn ich einen Beſuch von ihr abwarten würde.“


