Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

313

während welcher Ellen in den Treibhäuſern des Schloſſes Burlington war.

„Ich wünſche, ſo wahr es einen gütigen Gott gibt, Sie hätten die Treibhäuſer zur Sommerszeit geſehen, als die Funtainen ſo hoch ſprangen und die Vögel ſangen,“ ſagte er.„Aber die Schuld liegt an Ihnen Ellen. Warum kamen Sie nicht zu der Zeit heim, als Sie hörten, daß der alte Mann ein Dach über ſeinem Kopfe habe, und ganz allein unter demſelben ſei? Mein holdes Mädchen! wir haben manchen angenehmen Mo⸗ nat verloren, den wir zuſammen hätten zubringen können, aber wir haben jetzt noch manchen, den wir zu unſerem Vergnügen verwenden können. Ellen! ich bin froh, daß Sie an Blumen Freude haben. Dieſe Liehaberei iſt den Frauen eigenthümlich, ſie hat aber auch in der That den Nutzen, daß die Damen durch ſie an Vergnügungen außerhalb ihrer vier Wände gewöhnt und geſund, glück⸗ lich und weiſe werden. Lydia und ihre Mutter haben Blumen gerne, und, wenn ſie nicht geweſen wären, ſo hätten für mich den letzten Sommer meine blühenden Noſen auf Burlington den gleichen Werth gehabt, wie die von dem mir fernen Ghazerapore. Sie müſſen mit Lydia und ihrer Mutter Freund werden, Ellen! Lydia war wohl noch ein bloſſes Kind, als Sie früher auf Dean⸗Park waren? Sie iſt nun ein ſchönes hoffnungs⸗ volles Weſen. Sie müſſen gegen Lydia kein Vorurtheil haben, denn ſie iſt die Tochter meines Freundes Hamlyn.“

„Wie kommt es, daß Sie von mir glauben, ich ſeie gegen eine Tochter Herrn Hamlyns irgendwie un⸗ günſtig geſtimmt?“ fragte Miſtreß Hamilton in einem ernſteren Tone, als ſie je einen gegen ihren Schwieger⸗ vater angenommen hatte.

„Meine Theuerſte! Sie ſind ein Weibz; freilich ſind Sie, ich muß es ſagen, ein gutartiges und bezauberndes Weib, aber immer eben ein Weib, und daß ein ſolches, von einer Kaiſerin an, bis hinunter zu der Frau eines Schuhflickers, ein Herz beſäſſe, das durchaus keinen