Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
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London ſo wenig zu ſuchen haben, als ob wir dort welt⸗ fremd wären, in Wirklichkeit zur gleichen Zeit in der Stadt, ohne es zu ahnen.“ Während er dieſe Worte ſprach, trat auf das ſchöne Geſicht, welches ſeine Augen firirten, ein eigenthümlicher ausdrucksvoller Zug, welcher ihn plötzlich an ein ähnliches Geſicht erinnerte, das ihm und Markham kürzlich erſchienen war, und zwar ſo vor Kurzem, daß er ſich hiedurch, wie durch die Verwirk⸗ lichung eines ganz friſchen Traumes betroffen fühlte.

Endlich traf der Stral der Wahrheit ſeinen Geiſt. Es war augenſcheinlich die leibhaftige Ellen, welche er bei dem kurz zuvor beſchriebenen Feſtzuge in der Chaiſe, neben der Kaſerne, für die Leibwache, geſehen hatte. Der Unterſchied zwiſchen dem ſchwarzen Traueranzug, in wel⸗ chem ſie damals ſeine Aufmerkſamkeit auf ſich gezogen hatte und dem weißen Kleide, das ſie wirklich trug, ver⸗ hinderte allein, daß er nicht glaubte, die erſte Erſcheinung vor ſich zu haben.

Er war gerade daran, durch eine laute Ausrufung ihr ſonderbares und unerwartetes Zuſammentreffen zu verrathen, als er plötzlich an den Brief, welchen er in Cambridge auf dem Schreibtiſch Henrys Hamlyns geſehen hatte und daran dachte, daß ſein junger Freund ohne Zweifel in der Chaiſe geweſen ſei, von welcher er ſicher glaubte, daß ſie auch ſeinen ſchönen Gaſt enthalten habe. Deßhalb bezwang und unterdräckte er ſeine natürliche Offenherzigkeit.

Sein geheimer Entſchluß war der:„Ich will mich nicht mit Gewalt in ihr Vertrauen einſchleichen. Nein! das will ich nicht. Beide, weder ſie, noch Henry, kennen mich genug, um mich für eine redliche Seele zu halten. Spricht ſie ſich aber nach Verfluß von einer oder zwei Wochen nicht aus, ſo wird es Zeit genug ſein, nachzu⸗ fragen, warum ſie aus ihrer Bekanntſchaft mit Harry Hamlyn ein Geheimniß macht.“

Seit langer Zeit war der Oberſt nicht mehr ſo freudig, nicht mehr ſo ſelig zu Bette gegangen, als dieſes⸗