5⁵
„Das Haus?“ entgegnete der Paſtor lächelnd;„wenn Sie doch der Eigenthümer von Hyde hören könnte] Das iſt Vernon⸗College, eine milde Stiftung aus der Zeit Eduards II. Ein großer Theil der Beſitzungen der Ver⸗ nons in dieſer und in anderen Graſfſchaften beſteht aus geiſtlichen Gütern, welche die Krone zur Zeit der Refor⸗ mation als Lehen gab. Wahrſcheinlich war es von dem. Günſtling Heinrichs VIII., Johann Lord Vernon, ein Akt der Genugthuung, daß er dieſe Güter an die Armen vertheilte, um die Ungerechtigkeiten der Kirche wieder gut zu machen.“ 1
„Oder vielmehr denke ich,“ entgegnete mit kirchlich⸗ geſinnter Erklärung Oberſt Hamilton, die unterdrückte Lage der Klöſter, welche früher zum Zwecke der Unter⸗ haltung und Verpflegung von Armen und Kranken aus der Hand frommer Perſonen Beiſteuer erhalten hatten, erheiſchte jetzt von Seiten des Mitleides eines begüterten
Adelſtandes Vergütung und Erſatz.“
„Wir wollen die Beweggründe und das Gewiſſen des Lord Vernon nicht zu genau unterſuchen,“ rief Doktor Markham in guter Laune aus;„ich befürchte, unſere ganze Kenntniß von ihm, muß ſeinem ehernen Bildniß in der Kirche von Braxham entnommen werden. So viel genüge, daß ſeit ſeiner Zeit, bis auf die Gegenwart, die Armenhäuſer ſehr gut verpflegt worden ſind. Aber ſehet! vor uns ſteht das alte Ritterſchloß der Vernons.“
Nachdem ſie beinahe das Ende der Allee erreicht hatten, kam ihnen ein ſtatgliches Schloß zu Geſicht, deſſen Bauart an die Zeit der Königin Eliſabeth erinnert, das in einem geräumigen Hof ſtand, und mit Paliſſaden und Thü⸗ ren von Eiſen eingefaßt war. Wenn man ſich von einer ſtufenweiſe abwärts gehenden Allee her, aus ſolch' weiter Entfernung dem Hauſe näherte, ſo nahm es, wie die meiſten alten Schlöſſer, das Staunen des Reiſenden in Anſpruch, wenn die volle Ausdehnung ſeiner Fronte vor ihm aus⸗ gebreitet lag.
„Und Lord Vernon,“ ſagen Sie,„hat einen ſchönern


