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Die frühe Gewohnheit, ihre Gefühle nach dem Gleich⸗ muth des Temperaments von Hamlyn einzurichten, gab ihren Augen einen unſtäten, ſchweifenden Blick. Wenn ſie auf eine einfache Frage eine einfache Antwort geben wollte, ſchien es oft, als wollen ihre Gedanken wandern; und wenn ſie ſchwieg, ſo war es unmöglich, aus ihrem Geſichte heraus die Natur ihrer Träumereien herauszuleſen.
„Oberſt Hamilton muß ſich in übertriebenem Lobe, rückſichtlich der Verdienſte ſeines verſtorbenen Weibes⸗ ergangen haben,“ fuhr der Bankier fort, wobei er das Geſicht ſeiner Geſellſchafterin immer durchforſchte;„denn Ramlay erzählte mir, als ich hereinkam, er ſei bei Dir länger als eine Stunde geſeſſen.“
„War es ſo lange? Armer Greis! Sein einziger Troſt beſteht in ſeinen Beſuchen hier,“ erwiederte Frau Hamlyn.„Ich wünſche die Knaben wären in der Stadt, um ihn durch ihren Umgang zu erheitern. Aber wegen Walters Jagdpartieen und Henrys Reiſe nach Italien, ſind wir dieſen Winter ganz allein gelaſſen worden.“
„Welches Angenehme könnte möglicherweiſe die Ge⸗ ſellſchaft junger Leute von ihrem Alter für einen alten Burſchen, wie Hamilton, haben?“
„Da Du keine Zeit haſt, welche Du ihm widmen könnteſt?“
„Er weiht Dir ſeine Zeit. Mein Haus ſteht ihm immer offen.“
„ Doch ſcheinſt Du Dich darüber zu verwundern, daß er dieſen Morgen ſo lange hier⸗ geblieben iſt?“
Wiederum heftete Richard Hamlyn ſein forſchendes Auge auf das Angeſicht ſeines Weibes. Aber er las darin kein Zeichen einer ungewöhnlichen Bitterkeit, die ihm ſeine Strenge vergelten ſollte.—
„Ich befürchte er iſt Londons allmälig ganz über⸗ drüſſig,“ fügte ſie in ihrer gewöhnlichen Sanftheit hinzu. „Die Einſamkeit einer gedrängt bevölkerten Stadt, wo er Niemand kennt, drückt ihn nieder; und Quiddle verſichert ihn, ſein ganzer Uebelſtand komme daher, weil er ein⸗


