Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
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36 aufregend wirken kann. Aber Frau Hamlyn hatte ſich

entweder in ihre Apathie ſo gut eingeſchult, daß ſie ſein

verändertes Benehmen nicht merkte, oder war eine zu gute Gattin, um auch nur ſich ſelbſt zu geſtehen, daß ſie die deſpotiſche Härte des Vaters ihrer Kinder bemerkte. Die Verheimlichung war ihr leicht. Gleich der Mehrheit ſeines Geſchlechtes, uͤbte er gegen ſeine Frau nur dann Willkür aus, wenn ſie allein waren.

„Was haſt Du heute mit Oberſt Hamilton verhandelt, als ich Euch beide bei meinem Hereintreten in ſolcher Gemüthsbewegung traf?“ fragte er ſein Weib, als ſie am betreffenden Tage im Geſellſchaftszimmer auf das Mittageſſen warteten.

„Es war Nichts, als daß er mir das hohe Glück

ſeines ebelichen Lebens beſchrieb. Wie mir ſcheint, war Frau Hamilſon und der alte Edelmann ein ausgezeichnet glückſeliges Paar.“ Von jeder Ehe ſagt man, ſie ſei ausgezeichnet glücklich geweſen, ſobald der Gemahl oder die Frau im Grabe iſt,“ erwiederte der Bankier kalt.„Die Hamiltons lebten übrigens ſehr gut mit einander, ſonſt wäre ihr Téte-à-tèete in einem obſeuren Diſtrikte von Oſtindien unerträglich geweſen. Es war ihre klügſte Politik, gut mit einander auszukommen.“

„Die Leute handeln nicht immer nach Grundſätzen der Politik,“ war die milde Gegenrede der Frau Hamlyn. „Die Charaktere dieſer beiden waren liebenswürdig und paßten trefflich zu einander.“.

„Ihre Mittel waren groß und ihr Verſtand klein!“ fügte der Bankier hinzu.

„Um ſo beſſer für ihr Glück. Es ſcheint mir, ſie haben keinen andern Leute kränkenden Ehrgeiz beſeſſen,“ bemerkte ſein Weib.

Hamlyn, der in gebieteriſcher Haltung, den Rücken dem Ofen zugekehrt ſtund, heftete ſein Auge forſchend auf ihr Angeſicht. So aufrichtig das Geſicht Sophiens war, war es doch hie und da ſchwer, es zu entziffern.