aufzuſtehen, wo er ſich gänzlich wie zu Hauſe fühlte, reichte ſeinem Freund, dem Bankier Hamlyn, die Hand zum Zeichen herzlicher Begrüßung hin.
Zweites Kapitel.
Lord Angelo iſt ſtreng, geſteht es kaum, Daß einem Stein er ein Brod vorziehe. Shakespeare.
Richard Hamlyn war das, was man einen ganz aus⸗ gezeichneten, einen allgemein geſchätzten und geachteten Mann nennt; er war ein Mann, ganz geeignet, einem Grabmonumente Ehre zu machen; Niemand hatte ihn je im Verdacht eines Laſters gehabt, Niemand ihn eines Fehlers angeklagt. Kein Diener in ſeinem Hauſe, von denen die meiſten ſeit Jahren mit ihm gelebt hatten, konnte ſich darüber beklagen, daß er ſein Geſicht durch Aerger verſtört, oder ſeine Stimme aufgeregt gehört habe.
Uebrigens war die Macht ſeiner ruhigen und unver⸗ änderlichen Regelmäßigkeit der Art, daß der härteſte Tyrann in ſeiner Familie kein unumſchränkteres Commando hätte führen können. Sein Weib wußte, daß er jeder Zurſchauſtellung von Empfindlichkeit abgeneigt war, ſeine Kinder wußten von früher Zeit her, daß er nicht gerne Geräuſch hörte; und auf dieſe Weiſe trug das Haus des Bankiers das Merkmal von der Stille, der Kälte und Regungsloſigkeit der großen egyptiſchen Pyramide an ſich.
Man könnte unmöglich ein beſſer geordnetes Haus ſehen. Alles ging wie nach der Uhr oder durch Dampf. Mochte nun die Vollkommenheit ſeiner Haushaltung von 4 der Strenge ſeiner Disciplin oder der Größe ſeines Ver⸗ mögens herrühren— der Erfolg war wunderbar. Hatte ein Frennd von Hamlyn nach einer Abweſenheit von vielen
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