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Frau Hamlyn ehrte durch Stille den Schmerz des alten Mannes. Zuletzt wagte ſie es, ihm Glück zu wünſchen, daß er in einer ſolchen ſchmerzlichen Lage fähig geweſen ſei, dem Schauplatz ſeiner ſchweren Prü⸗ fungen den Rücken zu kehren.
„Ihre Betrübniß wäre ohne Zweifel ſchmerzlich geweſen, hätten Umſtände ſie genöthigt, in Indien zu bleiben,“ ſagte ſie.
„Ich weiß nicht ich denke oft anders,“ war ſeine Antwort.„Es ſchien mir, wie wenn ich alle Erinne⸗ rungen meines früheren Glückes verlöre, wenn ich daran dachte, den Platz verlaſſen zu müſſen, wo wir zuſammen gewohnt hatten. Das alte Haus und die Gärten zu Ghaznapore waren voll von ihr. Hier waren unſere Kinder auf die Welt gekommen; hier hatte ich die letzte Thräne von ihrem Auge abgewiſcht. Mein armes, theures Weib! die Eingebornen beteten ſie an, ſie war die zweite Vorſehung im Dorfe. Hier in London hörte
Niemand Etwas von ihrem Namen. Ich ſprach eines Tages mit Quiddle von ihr, ſprach von ihr, wie ich jetzt noch ſpreche, und der Eſel erklärte, ich ſeie hunten, und verordnete mir eine Doſis sal-volatile. Doch es war ihr ausdrücklicher Wunſch ich ſolle nach Hauſe eilen.“
„Auf dem Todtenbette ſagte meine arme Frau zu mir:„Du biſt es Dir und Andern ſchuldig, den Wir⸗ kungskreis Deines wohlthätigen Schaffens nach beſten Kräften auszudehnen.“ 1
„Wir haben, mein theurer Gatte! einzig für uns und für unſere Kinder gelebt, und es ſcheint, der Himmel habe uns dieß als einen Fehler ausgerechnet. Du biſt reich, Du beſitzſt die Mittel, Gutes zu thun. Gehe nach Hauſe. Verſammle Deine zurückgelaſſenen Freunde in England um Dich her, und befördere ihr Glück und Dein eigenes. Roberts Wittwe hat Anſprüche an Dich, die Hamlyns, welche Deinen Kindern zweite Eltern
waren, haben Anſprüche an Dich. Kehre daher nach


