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Geſundheit und Unſchuld wurden durch eine ſo anſſerſt feine Haut und einen ſo ſeelenvollen Blick dergeſtalt noch erhdhet, daß ſelbſt das Alter ſie nicht mit Gleichguͤltigkeit betrachten konnte. Herr Wilwot wußte, daß ich fuͤr mei⸗
nen Sohn ein Anſehnliches thun konnte, und
war alſo der Verbindung nicht entgegen. Beyde Familien lebten daher zuſammen in alle der gluͤcklichen Eintracht, welche gemeiniglich vor einer kuͤnftigen Verſchwaͤgerung vorherzugehen pflegt. Da ich aus der Erfahrung uͤberzeugt
war, daß die Braut⸗und Braͤutigamstage die
gluͤcklichſten in unſerm ganzen Leben ſind: ſo
war ich ſehr geneigt, dieſe Tage eben nicht zu
verkuͤrzen; und die verſchiednen Ergoͤtzlichkeiten, welche die jungen Leute taͤglich mit einander ge⸗ noſſen, ſchienen ihre gegenſeitige Liebe zu ver⸗ mehren. Wir wurden gewoͤhnlich des Morgens durch Muſik geweckt, und an heitern Tagen ritten wir auf die Jagd. Die Stunden zwiſchen dem Fruͤhſtuͤck und dem Mittagseſſen widmete
das Frauenzimmer dem Ankleiden und dem Leſen⸗
Gemeiniglich laſen ſie ein Paar Seiten, und
beſahen ſich darauf ein wenig im Spiegel, und
ſelbſt Philoſophen duͤrften zugeben, daß der oft mehr Wahrheit und Schoͤnheit darſtellte, als
die Buͤcher. Beym Eſſen fuͤhrte meine Frau das
Wort. Denn, wie ſie ſichs nicht nehmen ließ,
alle Gerichte ſelbſt vorzulegen, weils ihre Mut⸗ 4. ter


