12
haͤtte drey ſonderbare Maͤngel: dem Pfarrer mangelt' es an Hochmuth, den Junggeſellen an Weibern, und dem Kruge an Gaͤſten!
Der Eheſtand war beſtaͤndig eine meiner Lieblingsmaterien und ich ſchrieb verſchiedene Predigten, um ſeine Gluͤckſeligkeit ins Licht zu ſetzen; aber es war noch ein beſondrer Punkt bey der Sache, den ich ganz vorzuͤglich in mei⸗ nen Schutz nahm; denn ich behauptete mit Whi⸗ ſton, daß es einem Prieſter von der englaͤndi⸗ ſchen Kirche nach den Geſetzen nicht erlaubt ſey, nach dem Tode ſeiner erſten Frauen eine zweyte
zu heyrathen; oder um's mit andern Worten zu
ſagen: Ich ſetzte etwas darin, ein ſtrenger Monogamiſt zu ſeyn⸗
Ich ward fruͤh in dieſe wichtige Streitſa che hineingezogen, woruͤber ſo manche dicke Baͤnde geſchrieben ſind⸗ Ich ſelbſt habe einige Abhand⸗ lungen daruͤber drucken laſſen, von welchen ich,
da ſie gar keinen Abgang gefunden, das Ver⸗ gnuͤgen habe, zu glauben, daß ſie blos von den wenigen Edlen geleſen werden. Einige mei⸗ ner Freunde nennen dies meine ſchwache Seite; aber lieber Gott! haͤtten ſie nur, wie ich, ſo lang und anhaltend daruͤber nachgedacht!— Je mehr ich daruͤber nachſann, je wichtiger ward
ſie mir. Ich ging bey dem Bekaͤnntniß meiner Grund⸗
—,——


