Teil eines Werkes 
3. Bd. (1843)
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Den Silberbach in goldne Ströme fließen.

Nicht hemmte dann den göttergleichen Lauf

Der wilde Berg mit allen ſeinen Schluchten;

Schon thut das Meer ſich mit erwarmten Buchten

Vor den erſtaunten Augen auf.

Doch ſcheint die Goͤttin endlich wegzuſinken;

Allein der neue Trieb erwacht,

Ich eile fort ihr ew'ges Licht zu trinken,

Vor mir den Tag, und hinter mir die Nacht,

Den Himmel uͤber mir und unter mir die Wellen.

Ein ſchoͤner Traum, indeſſen ſie entweicht.

Ach! zu des Geiſtes Fluͤgeln wird ſo leicht

Kein körperlicher Flügel ſich geſellen.

Doch iſt es jedem eingeboren,

Daß ſein Gefühl hinauf und vorwaͤrts dringt, „Wenn über uns, im blauen Raum verloren,— Ihr ſchmetternd Lied die Lerche ſingt;

Wenn über ſchroffen Fichtenhoͤhen

Der Adler ausgebreitet ſchwebt,

Und über Flächen, uͤber Seen,

Der Kranich nach der Heimat ſtrebt.

Wagner.

Ich hatte ſelbſt oft grillenhafte Stunden, Doch ſolchen Trieb hab' ich noch nie empfunden. Man ſieht ſich leicht an Wald und Feldern ſatt, Des Vogels Fittig werd' ich nie beneiden. Wie anders tragen uns die Geiſtesfreuden, Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt! Da werden Winternächte hold und ſchön, Ein ſelig Leben wärmet alle Glieder, Und ach! entrollſt du gar ein würdig Pergamen, So ſteigt der ganze Himmel zu dir nieder.

Fauſt. Du biſt dir nur des einen Triebs bewußt;