Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
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ten, erinnerte er an alles, was ſie geſehen und gehoͤrt hatten, und in den Uebrigen erregte er eine Ahnung von etwas Wunderbarem, und den Wunſch, naͤher da⸗ mit bekannt zu werden. Was an einem Orte Wirkung that, verfehlte er nicht am andern zu wiederholen, und hatte die herzlichſte Schadenfreude, wenn er alle Men⸗ ſchen, auf gleiche Weiſe, aus dem Stegreife, dunn Be⸗ ſten haben konnte.

Bey ſeinem lebhaften, freyen und durch nichts gehin⸗ derten Geiſt verbeſſerte er ſich, indem er Rollen und Stü⸗ cke oft wiederholte, ſehr geſchwind. Bald rezitirte und ſpielte er dem Sinne gemaͤßer, als die Muſter, die er Anfangs nur nachgeahmt hatte. Auf dieſem Wege kam er nach und nach dazu, naturlich zu ſpielen und doch im⸗ mer verſtellt zu ſeyn. Er ſchien hingeriſſen, und lauerte auf den Effekt, und ſein groͤßter Stolz war, die Menſchen ſtufenweiſe in Bewegung zu ſetzen. Selbſt das tolle

Handwerk, das er trieb, noͤthigte ihn bald mit einer ge⸗ wiſſen Maͤßigung zu verfahren, und ſo lernte er, theils

gezwungen, theils aus Inſtinkt, das, wovon ſo wenig Schauſpieler einen Begriff zu haben ſcheinen: mit Organ und Geberden oͤkonomiſch zu ſeyn.

So wuſtte er ſelbſt rohe und unfreundliche Menſchen zu baͤndigen, und fuͤr, ſich zu intereſſiren. Da er uͤber⸗ all mit Nahrung und Obdach zufrieden war, jedes Geſchenk dankbar annahm, das man ihm reichte, ja manchmal gar das Geld, wenn er deſſen nach ſeiner