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niemals nuͤtze; ich beſorgte Alles, und ſtudierte dabey meine Rollen fleißiger als jemals. Ich ſpielte wieder wie vor Alters, ja mit ganz anderer Kraft und neuem Leben, zwar durch ihn und um ſeinetwillen, doch nicht immer gelang es mir zum beſten, wenn ich meinen ed⸗ len Freund im Schauſpiel wuſſte; aber einigemal be⸗ horchte er mich, und wie angenehm mich ſein unvermuthe⸗ ter Beyfall uͤberraſchte, koͤnnen Sie denken.
Gewiß, ich bin ein ſeltſames Geſchoͤpf. Bey jeder Rolle, die ich ſpielte, war es mir eigentlich nur immer zu Muthe, als wenn ich ihn lobte und zu ſeinen Ehren ſpraͤ⸗ che; denn das war die Stimmung meines Herzens, die Worte mochten uͤbrigens ſeyn, wie ſie wollten. Wuſſt' ich ihn unter den Zuhoͤrern, ſo getraute ich mich nicht, mit der ganzen Gewalt zu ſprechen, eben als wenn ich ihm meine Liebe, mein Lob nicht gerade zu ins Geſicht auf⸗ dringen wollte; war er abweſend, dann hatte ich freyes Spiel, ich that mein Beſtes mit einer gewiſſen Ruhe, mit einer unbeſchreiblichen Zufriedenheit. Der Beyfall freute wich wieder, und wenn ich dem Publikum Vergnuͤgen machte, haͤtte ich immer zugleich hinunter rufen moͤgen: das ſeyd ihr ihm ſchuldig!
Ja, mir war wie durch ein Wunder das Verhaͤltniß zum Publikum, zur ganzen Nation veraͤndert. Sie er⸗ ſchien mir auf einmal wieder in dem vortheilhafteſten Lichte, und ich erſtaunte recht uͤber meine bisherige Ver⸗ blendung.


