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Wie unverſtändig, ſagt ich oft zu mir ſelbſt, war es, als du ehmals auf eine Nation ſchalteſt, eben weil es eine Nation iſt. Muͤſſen denn, koͤnnen denn einzelne Menſchen ſo intereſſant ſeyn? Keinesweges! Es fragt ſich, ob unter der großen Maſſe eine Menge von Anla⸗ gen, Kraͤften und Faͤhigkeiten vertheilt ſey, die durch guͤn⸗ ſtige Umſtände entwickelt, durch vorzuͤgliche Menſchen zu einem gemeinſamen Entzwecke geleitet werden koͤnnen. Ich freute mich nun, ſo wenig hervorſtechende Originali⸗ taͤt unter meinen Landsleuten zu finden; ich freute mich, daß ſie eine Richtung von außen anzunehmen nicht ver⸗ ſchmaͤhten; ich freute mich, einen Anfuͤhrer gefunden zu
haben. Lothar— Laſſen Sie mich meinen Freund mit ſei⸗ nem geliebten Vornamen nennen— hatte mir immer
die Deutſchen von der Seite der Tapferkeit vorgeſtellt,
und mir gezeigt, daß keine bravere Nation in der
Welt ſey, wenn ſie recht gefuͤhrt werde, und ich ſchaͤmte mich, an die erſte Eigenſchaft eines Volks niemals gedacht zu haben. Ihm war die Geſchichte bekannt, und mit den meiſten verdienſtvollen Maͤnnern ſeines Zeit⸗
alters ſtand er in Verhaͤltniſſen. So jung er war, hatte
er ein Auge auf die hervorkeimende hoffnungsvolle Ju⸗
gend ſeines Vaterlandes, auf die ſtillen Arbeiten in ſo
vielen Faͤchern beſchaͤftigter und thaͤtiger Maͤnner. Er ließ mich einen Ueberblick uͤber Deutſchland thun, was es ſey, und was es ſeyn koͤnne, und ich ſchaͤmte mich,


