weiß, warum. Genug, unſere Sachen gingen gut. Wir nahmen viel ein, davon war die Thaͤtigkeit meines Bru⸗ ders Urſache; wir kamen gut aus, und das war das Ver⸗ dienſt meines Mannes. Ich dachte nicht mehr an Welt und Nation. Mit der Welt hatte ich nichts zu theilen, und den Begriff von Nation hatte ich verloren. Wenn ich auſtrat, that ich's um zu leben; ich oͤffnete den Mund
gekommen war, um zu reden.
Doch, daß ich es nicht zu arg mache, eigentlich hatte ich mich ganz in die Abſicht meines Bruders ergeben; ihm war um Beyfall und Geld zu thun: denn, unter uns, er hoͤrt ſich gerne loben und braucht biel. Ich ſpielte nun
nicht mehr nach meinem Gefuͤhl, nach meiner Ueberzeu⸗
gung, ſondern wie er mich anwies, und wenn ich es ihm
zu Danke gemacht hatte, war ich zufrieden. Er richtete
ſich nach allen Schwaͤchen des Publikums; es ging Geld
ein, er konnte nach ſeiner Willkür leben, und wir hatten gute Tage mit ihm.
Ich war indeſſen in einen handwerksmaͤßigen Schlen⸗ drian gefallen. Ich zog meine Tage ohne Freude und Antheil hin, meine Ehe war kinderlos und dauerte nur kurze Zeit. Mein Mann ward krank, ſeine Kraͤfte nah⸗
men ſichtbar ab, die Sorge fuͤr ihn un erbrach meine allgemeine Gleichguͤltigkeit. In dieſen Tagen machte ich eine Bekanntſchaft,
nur, weil ich nicht ſchweigen durfte, weil ich doch heraus
mit der ein neues Leben fuͤr mich—


