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da ihr Herz auf der Zunge ſchwebt, wird dieſe Zunge ihre Verraͤtherin, und in der Unſchuld des Wahnſinns ergetzt ſie ſich, vor Koͤnig und Koͤnigin, an dem Nach⸗ klange ihrer geliebten, loſen Lieder: vom Maͤdchen, das gewonnen ward; vom Maͤdchen, das zum Knaben ſchleicht, und ſo weiter.—
Er hatte noch nicht ausgeredet, als auf einmal eine wunderbare Scene vor ſeinen Augen entſtand, die er ſich auf keine Weiſe erklaͤren konnte.
Serlo war einigemal in der Stube auf und abge⸗ gangen, ohne daß er irgend eine Abſicht merken ließ. Auf einmal trat er an Aureliens Putztiſch, griff ſchnell nach etwas, das darauf lag, und eilte mit ſeiner Beute der Thuͤr zu. Aurelie bemerkte kaum ſeine Handlung, als ſie auffuhr, ſich ihm in den Weg warf, ihn mit unglaublicher Leidenſchaft angriff, und geſchickt genug war, ein Ende des geraubten Gegenſtandes zu faſſen. Sie rangen und balgten ſich ſehr hartnaͤckig, drehten und wanden ſich lebhaft mit einander herum; er lachte, ſie ereiferte ſich, und als Wilhelm hinzu eilte, ſie auseinander zu bringen und zu beſaͤnftigen, ſah er auf einmal Aurelien mit einem bloßen Dolch in der Hand auf die Seite ſpringen, indem Serlo die Scheide, die ihm zurückgeblieben war, verdrießlich auf den Bo⸗ den warf. Wilhelm trat erſtaunt zuruͤck und ſeine ſtumme Verwunderung ſchien nach der Urſache zu fra⸗ gen, warum ein ſo ſonderbarer Streit uͤber einen


