Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
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Serlo, der eben zur Thuͤr herein kam, nach dem Befinden ſeiner Schweſter fragte, ſchaute in das Buch, das unſer Freund in der Hand hielt, und rief aus: find' ich Sie wieder uͤber Ihrem Hamlet? Eben recht!„ Es ſind mir gar manche Zweifel aufgeſtoßen, die das kanoniſche Anſehn, das Sie dem Stuͤcke ſo gerne ge⸗ ben moͤchten, ſehr zu vermindern ſcheinen. Haben doch die Engländer ſelbſt bekannt, daß das Hauptintereſſe ſich mit dem dritten Akt ſchloͤſſe, daß die zwey letzten Akte nur kümmerlich das Ganze zuſammen hielten, und es iſt doch wahr, das Stuͤck will gegen das Ende weder gehen noch ruͤcken.

Es iſt ſehr moͤglich, ſagte Wilhelm, daß einige Glieder einer Nation, die ſo viel Meiſterſtücke aufzu⸗ weiſen hat, durch Vorurtheile und Beſchraͤnktheit auf falſche Urtheile geleitet werden; aber das kann uns nicht hindern, mit eignen Augen zu ſehen, und gerecht zu ſeyn. Ich bin weit entfernt, den Plan dieſes Stuͤcks zu tadeln, ich glaube vielmeht, daß kein groͤßerer erſon⸗ nen worden ſey; ja, er iſt nicht erſonnen, es iſt ſo.

Wie wollen Sie das auslegen? fragte Serlo.

Ich will nichts auslegen, verſetzte Wilhelm, ich will Ihnen nur vorſtellen, was ich mit denke.

Aurelie hob ſich von ihrem Kiſſen auf, ſtützte ſich auf ihre Hand, und ſah unſern Freund an, der mit der groͤßten Verſicherung, daß er Recht habe, alſo zu reden fortfuhr: Es gefällt uns ſo wohl, es ſchmeichelt