415 ſo ſehr, wenn wir einen Helden ſehen, der durch ſich ſelbſt handelt, der liebt und haſſt, wenn es ihm ſein Herz gebietet, der unternimmt und ausfuhrt, alle Hin⸗ derniſſe abwendet und zu einem großen Zwecke gelangt. Geſchichtſchreiber und Dichter moͤchten uns gerne uͤber⸗ reden, daß ein ſo ſtolzes Loos dem Menſchen fallen koͤnne. Hier werden wir anders belehrt; der Held hat keinen Plan, aber das Stück iſt planvoll. Hier wird nicht etwa nach einer ſtarr und eigenſinnig durchgefuͤhr⸗ ten Idee von Rache ein Boͤſewicht beſtraft, nein, es ge⸗ ſchieht eine ungeheure That, ſie waͤlzt ſich in ihren Fol⸗ gen fort, reißt Unſchuldige mit; der Verbrecher ſcheint dem Abgrunde, der ihm beſtimmt iſt, ausweichen zu wollen, und ſtuͤrzt hinein, eben da, wo er ſeinen Weg gluͤcklich auszulaufen gedenkt.
Denn das iſt die Eigenſchaft der Greuelthat, daß ſie auch Boͤſes uͤber den Unſchuldigen, wie der guten Hand⸗ lung, daß ſie viele Vortheile auch uͤber den Unverdien⸗ ten ausbreitet, ohne daß der Urheber von beyden oft we⸗ der beſtraft noch belohnt wird. Hier in unſerm Stücke wie wunderbar! Das Fegefeuer ſendet ſeinen Geiſt und fordert Rache, aber vergebens. Alle Umſtaͤnde kommen zuſammen, und treiben die Rache, vergebens! Weder Irdiſchen noch Unterirdiſchen kann gelingen, was dem Schickſal allein vorbehalten iſt. Die Gerichtsſtunde kommt. Der Boͤſe faͤllt mit dem Guten. Ein Geſchlecht wird weggemaͤht, und das andere ſproſſt auf.
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